Ein kuratierter Überblick über reale Transaktionen in Mittel- und Osteuropa. Kein Nachrichtenticker — nur die Deals, die zählen, mit unserer eigenen Einschätzung, was jeder einzelne für Käufer signalisiert. Jeder Eintrag ist datiert; die neuesten zuerst.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS hat am 15. Oktober 2026 ein Fusionskontrollverfahren (Az. ÚOHS-S0760/2026/KS) auf Antrag der Prager SPV oak, s.r.o. eröffnet, die die alleinige Kontrolle über die RWA Czechia s.r.o. mit Sitz in Unhošť erwerben soll. Laut ÚOHS betrifft der Zusammenschluss vor allem den Vertrieb von Betriebsmitteln für die landwirtschaftliche Urproduktion, den Handel mit Agrarrohstoffen und Dienstleistungen für Landwirte. Einwände können binnen fünf Tagen nach Veröffentlichung der Bekanntmachung eingereicht werden. Laut tschechischem Handelsregister ist Reticulum Agro, a. s. seit 23. September 2026 alleinige Gesellschafterin von SPV oak; alleinige Eigentümerin von RWA Czechia ist die österreichische RWA International Holding GmbH. ÚOHS nennt keinen Verkäufer; Preis und Konditionen wurden nicht veröffentlicht.
Das kanadische KI-Unternehmen Cohere hat am 15. Oktober 2026 eine geplante Vereinbarung zur Übernahme von AISLE angekündigt, einem 2024 gegründeten Unternehmen für KI-Cybersicherheit; die Webadresse der Mitteilung bezeichnet den Schritt als unterzeichnete Absichtserklärung. Laut Cohere wird AISLE-Mitgründer Ondrej Vlcek Senior Vice President des neu geschaffenen Bereichs Cohere Cyber, Stanislav Fort Vice President AI Security und Jaya Baloo Chief Information Security Officer von Cohere. Cohere plant zudem eine erhebliche langfristige Investition in Prag, das zum globalen Zentrum von AISLE für KI-Cybersicherheit werden soll. Preis, Zeitplan und Vollzugsbedingungen wurden nicht genannt. Die tschechische Tageszeitung E15 weist darauf hin, dass Vlček zuvor Avast leitete.
Beim lettischen Wettbewerbsrat ging am 13. Oktober 2026 die Anmeldung der SIA ARS Holding über den Erwerb bestimmenden Einflusses an der SIA Medicīnas sabiedrība ARS ein; der Rat veröffentlichte sie am 15. Oktober. Laut Rat sind ARS Holding und verbundene Unternehmen in Vermögensverwaltung und Private Equity tätig; das Portfolio umfasst IT- und Digitalisierungslösungen für Geschäftsprozesse, Gesundheitsdienstleistungen in Estland, Konstruktion und Fertigung von Verbundwerkstoffstrukturen, die Öl-, Gas- und Aquakulturbranche, wiederverwendbare Einkaufstaschen aus Stoff und Papier, Unified Communications und Cloud-Telefonie sowie Heiz- und Kühltechnik im Baltikum und in Nordeuropa, außerdem Telekommunikations- und Internetdienste in Litauen. ARS ist ein privates Medizinunternehmen, das nur in Lettland tätig ist: Facharztkonsultationen, Chirurgie, Prävention, ambulante und tagesklinische Behandlung, Notfallversorgung, Rehabilitation und Zahnmedizin. Laut Anmeldung sind die Parteien in Lettland nicht auf demselben Markt tätig. Stellungnahmen sind bis 23. Oktober 2026 möglich; die Entscheidung fällt innerhalb eines Monats nach Anmeldung, verlängerbar auf drei Monate. Verkäufer und Konditionen wurden nicht genannt.
Payward, die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, gab am 14. Oktober 2026 die Unterzeichnung eines endgültigen Vertrags zum Erwerb der finnischen Holding Saldo Finance Oy bekannt, deren Tochter Saldo Bank UAB eine in Litauen lizenzierte, digital ausgerichtete Spezialbank ist. Laut Payward ist Saldo Bank in vier Märkten tätig und verfügt über einen Pass für die Niederlande; sie bietet Festgeld für Privatkunden in Litauen, Finnland, Schweden und Deutschland, Konsumentenkredite in Litauen, Finnland und Schweden sowie KMU-Kredite in Litauen und Finnland, hat in Finnland eine Kreditkarte eingeführt (Schweden voraussichtlich 2027) und betreibt Embedded-Lending-Partnerschaften mit Fintechs in Finnland und Deutschland. Payward verfügt nach eigenen Angaben bereits über ein Master-Konto mit beschränktem Zweck bei der US-Notenbank und eine E-Geld-Lizenz der irischen Zentralbank. Der Abschluss wird 2027 erwartet, vorbehaltlich üblicher Bedingungen und behördlicher Genehmigungen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Am 14. Oktober 2026 unterzeichneten das kroatische Zentrum für Restrukturierung und Verkauf (CERP) und die türkische Werft Kuzey Star Shipyard im Wirtschaftsministerium einen Vertrag über Verkauf und Übertragung der Geschäftsanteile an der ULJANIK Brodogradnja 1856 d.o.o. in Pula. Unterzeichnet haben CERP-Direktor Milan Plećaš und Kuzey-Star-Vorstandschef Tuncay Imral im Beisein von Wirtschaftsminister Ante Šušnjar. CERP hatte das Angebot von Kuzey Star über 12.053.500 € für vier Geschäftsanteile angenommen, die 97,13 % des Stammkapitals ausmachen. Neben dem Preis war Bedingung, den Schiffbau auf dem gesamten Konzessionsgebiet zu erhalten; der Investor hat sich verpflichtet, Schiffbau, Reparatur und verbundene Tätigkeiten im Rahmen des bestehenden Konzessionsvertrags fortzuführen. Seit 2020 hat die Regierung das Unternehmen mit Staatsgarantien und Krediten gestützt. Laut Ministerium werden die Anteile übertragen, sobald die vereinbarten und gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.
Am 14. Oktober 2026 hat der litauische Wettbewerbsrat DHL eCommerce International Holdings den Erwerb von jeweils 100 % der Anteile an Venipak Lietuva, Venipak Latvija und Venipak Eesti und die alleinige Kontrolle über diese Gesellschaften genehmigt. Die Anmeldung ging am 14. September 2026 ein; nach Feststellung des Rates entsteht durch den Zusammenschluss weder eine marktbeherrschende Stellung noch wird der Wettbewerb erheblich eingeschränkt. Laut Rat war DHL eCommerce International Holdings vor der Transaktion in Litauen nicht tätig; der Konzern ist dort über DHL Lietuva (DHL Express) und DHL Logistics Lietuva (DHL Global Forwarding) vertreten, die für Straßentransporte lokale Partner einsetzt. Die drei Venipak-Gesellschaften stellen Pakete zu, befördern Fracht und erbringen Kontraktlogistik. Die estnische Wettbewerbsbehörde hatte den Zusammenschluss am 15. September 2026 freigegeben (Entscheidung Nr. 5-5/2026-032); laut dieser Entscheidung wurde der Anteilskaufvertrag am 26. Juni 2026 zwischen DHL eCommerce International Holdings B.V. und VENIPAK B.V. unterzeichnet. In den Mitteilungen des lettischen Wettbewerbsrats ist bislang keine Entscheidung erschienen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die an der Nasdaq Tallinn notierte Harju Elekter Group teilte am 14. Oktober 2026 mit, dass ihr Aufsichtsrat ein Angebot der Siemens International Holding B.V. zum teilweisen Erwerb der Beteiligung von Harju Elekter an der Skeleton Technologies Group OÜ angenommen hat. Der Transaktionswert beträgt 5,7 Mio. €; der Abschluss wird noch in diesem Jahr erwartet. Harju Elekter investierte erstmals 2015 in Skeleton. Nach Angaben des Unternehmens erhält es mit dem Verkauf seine ursprüngliche Investition vollständig zurück, mit einer moderaten Rendite. Harju Elekter bleibt Gesellschafter von Skeleton und sieht die Möglichkeit eines vollständigen Ausstiegs im Laufe des Jahres 2028, sofern sich geeignete Gelegenheiten und Bedingungen ergeben. Die Größe des verkauften Anteils wurde nicht genannt. Laut Unternehmen ist die Transaktion nicht von wesentlicher Bedeutung und kein Geschäft mit nahestehenden Personen im Sinne der Regeln der Nasdaq Tallinn.
Die am AIM notierte Star Energy Group teilte am 14. Oktober 2026 mit, den Verkauf ihrer kroatischen Tochter IGeoPen d.o.o. an Enna Geo d.o.o. abgeschlossen zu haben; der Deal war am 24. April 2026 angekündigt worden. Direkte Muttergesellschaft von IGeoPen ist die A14 Energy Limited, die zu 71 % Star Energy und zu 29 % dem JV-Partner Peninsula International PTE Ltd gehört. Die Gegenleistung besteht aus 1,5 Mio. € in bar (Anteil von Star Energy: 1,3 Mio. €) sowie einem Earn-out von 0,5 Mio. € je Lizenz für drei Geothermie-Lizenzen, fällig mit der kommerziellen Inbetriebnahme eines auf der jeweiligen Lizenz errichteten Geothermiekraftwerks; der potenzielle Anteil von Star Energy am Earn-out beträgt 1,5 Mio. €. Laut Star Energy werden 5,2 Mio. € gebundene Mittel frei und künftige Investitionsverpflichtungen aus den kroatischen Lizenzen entfallen; das Unternehmen tilgt 2,7 Mio. € seiner Kommunalkredit-Fazilität.
Die kroatische Fortenova Group hat am 13. Oktober 2026 mitgeteilt, dass der Verkauf ihres serbischen Einzelhandelsgeschäfts an ALTA Retail d.o.o., Teil der serbischen ALTA Group, nach Erfüllung aller in der Kaufdokumentation festgelegten Bedingungen formell vollzogen ist. ALTA Retail übernahm die Anteile an Idea marketi d.o.o. sowie an vier verbundenen Belgrader Gesellschaften: Enna Fruit Grocka (Obst- und Gemüsebelieferung), Super kartica (Kundenbindungsprogramm), M-Profil SPV (Immobilien) und mStart Business Solutions (SAP- und IT-Dienstleistungen). Der Vertrag wurde am 18. September 2026 unterzeichnet. Laut Fortenova betreibt Idea Marketi die Marken Idea, Mercator und Roda in mehr als 80 Städten Serbiens und zählt zu den zehn größten Arbeitgebern des Landes. Fortenova begründet den Rückzug damit, dass die Marktführerschaft in Serbien hohe Investitionen über viele Jahre erfordern würde; der Konzern konzentriert sich auf Märkte, in denen er bereits führt, überwiegend im Euroraum. Ein Kaufpreis wurde von keiner Seite genannt.
Der litauische Wettbewerbsrat hat am 13. Oktober 2026 OÜ Infortar Agro den Erwerb von 100 % der Anteile an UAB Litagra und damit die alleinige Kontrolle freigegeben. Die Anmeldung ging am 18. September 2026 ein; der Rat stellte fest, dass der Zusammenschluss keine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt und den Wettbewerb nicht erheblich beschränkt. Die estnische Wettbewerbsbehörde hatte den Zusammenschluss bereits am 1. Oktober 2026 genehmigt (Entscheidung Nr. 5-5/2026-036). Beim lettischen Wettbewerbsrat ging die Anmeldung am 25. September 2026 ein. Infortar Agro gehört zur an der Nasdaq Tallinn notierten Infortar und betreibt Milchviehhaltung, Rohmilcherzeugung und Ackerbau. Laut litauischem Wettbewerbsrat kontrolliert Litagra eine Gruppe litauischer Agrarbetriebe mit Schwerpunkt Milchwirtschaft, Ackerbau (Weizen, Raps, Hülsenfrüchte, Gerste, Hafer) sowie Misch- und Heimtierfutterproduktion; verbundene Gesellschaften ziehen Masthähnchen und Puten auf. Der Anteilskaufvertrag wurde am 7. September 2026 unterzeichnet. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Beim lettischen Wettbewerbsrat ging am 7. Oktober 2026 die Anmeldung der SIA Bono Coffee über den Erwerb beherrschenden Einflusses an der SIA Kafijas pasaule ein; der Rat veröffentlichte sie am 13. Oktober. Bono Coffee ist eine eigens für diese Transaktion gegründete lettische Holding ohne bisherige Geschäftstätigkeit. Die mit ihr verbundenen Gesellschaften sind vor allem in Forstwirtschaft und Holzhandel tätig: Erwerb und Bewirtschaftung von Waldflächen, Holzeinschlag sowie Großhandel und Export von Rundholz, Schnittholz und anderen Holzprodukten. Kafijas pasaule betreibt landesweit Selbstbedienungsautomaten für Heiß- und Kaltgetränke, Snacks und andere Lebensmittel, vermietet und wartet Kaffeemaschinen und verkauft Kaffee und Kaffeemaschinen. Laut Anmeldung sind die Parteien nicht auf demselben Markt tätig. Der Rat hat ab Anmeldung einen Monat Zeit, verlängerbar auf drei Monate; Stellungnahmen sind bis 21. Oktober 2026 möglich. Verkäufer und Kaufpreis wurden nicht genannt.
Beim lettischen Wettbewerbsrat ging am 1. Oktober 2026 die Anmeldung der an der Nasdaq Riga notierten AS VIRŠI-A über den Erwerb langfristiger Nutzungsrechte (Pacht) an vier Tankstellen ein, die zuvor SIA ASTARTE-NAFTA betrieb; der Rat veröffentlichte sie am 13. Oktober. Die Stationen liegen in Cesvaine (Bezirk Madona), Catlakši (Gemeinde Višķi, Bezirk Augšdaugava), Koknese (Bezirk Aizkraukle) und Jaunsaimnieki (Gemeinde Preiļi). Eigentümerin ist SIA NAFTIMPEKS, die am 23. Oktober 2025 die Freigabe zum Erwerb von 25 ASTARTE-NAFTA-Tankstellen erhielt, darunter diese vier. Der Rat prüft den Großhandel mit Benzin und Diesel in Lettland sowie den Kraftstoffeinzelhandel an der A6 Riga–Jēkabpils und Riga–Preiļi, an der A13 Daugavpils–Rēzekne und im Umfeld der einzelnen Stationen. Die Entscheidung fällt innerhalb eines Monats nach Anmeldung, verlängerbar auf vier Monate; Stellungnahmen sind bis 21. Oktober 2026 möglich. Konditionen wurden nicht genannt.
Der rumänische Wettbewerbsrat hat am 13. Oktober 2026 bekannt gegeben, dass er die Transaktion, mit der der Versicherer Allianz-Țiriac Asigurări S.A. die Campion Broker de Asigurare și Reasigurare S.R.L. übernehmen will, unter Auflagen freigegeben hat. Die Behörde sah das Risiko, dass Allianz-Țiriac über den Makler Zugang zu wettbewerbssensiblen Informationen konkurrierender Versicherer erhält, die mit Campion zusammenarbeiten — etwa Prämienniveaus, Konditionen, Vertriebsstrategien und Vermittlungsprovisionen. Allianz-Țiriac hat sich verpflichtet, die Geschäftsführung beider Unternehmen zu trennen; eigene Produkte in Campions Tätigkeit nicht zu bevorzugen und Kundenempfehlungen nach objektiven, überprüfbaren Kriterien zu geben; den Zugang zu sensiblen Daten der Wettbewerber durch klare Regeln für den Informationsaustausch, vorgegebene Berichtsvorlagen und eigene Teams zu begrenzen; sowie IT- und organisatorische Barrieren einzurichten. Ein vom Rat bestellter unabhängiger Treuhänder überwacht die Einhaltung drei Jahre lang, verlängerbar um ein oder zwei Jahre. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Laut Presseberichten steht noch die Genehmigung der Versicherungsaufsicht ASF aus.
Die Europäische Kommission hat am 12. Oktober 2026 eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme der deutschen Möbelgruppe Porta durch die österreichische XXXLutz eingeleitet. Porta tritt in Deutschland als porta Möbel, SB Möbel Boss und Möbel LETZ auf, in Tschechien und der Slowakei als ASKO. Der Zusammenschluss würde mehr als 140 Porta-Häuser mit über 1.800 Filialen der XXXLutz-Marken wie XXXLutz, Mömax, Roller, Poco, Möbelix und Home24 vereinen. Die vorläufigen Bedenken der Kommission betreffen den Möbeleinzelhandel in Deutschland, Tschechien und der Slowakei sowie den Möbeleinkauf bei Herstellern in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen, da Portas Marken dem XXXLutz-Einkaufsverband GIGA International beitreten würden. Die Anmeldung erfolgte am 7. September 2026; die Kommission hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit. Parallel prüft sie, ob die Parteien vor der Anmeldung Schritte zum Kontrollwechsel unternommen haben (Gun Jumping, Verfahren M.11895.AP). Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS hat am 12. Oktober 2026 bekannt gegeben, dass sie auf Antrag der O2 Czech Republic a.s. am 9. Oktober ein vereinfachtes Fusionskontrollverfahren eingeleitet hat. Nach der Anmeldung soll O2 Czech Republic die alleinige Kontrolle über die NESS Czech s.r.o. mit Sitz in Prag 4 erwerben. Laut ÚOHS betrifft der Zusammenschluss vor allem die Erbringung von IT-Dienstleistungen. Dritte können binnen fünf Tagen nach Veröffentlichung Einwände erheben. Verkäufer und Kaufpreis werden in der Bekanntmachung nicht genannt, Angaben zur Größe von NESS Czech fehlen.
Die polnische Wettbewerbsbehörde UOKiK hat am 12. Oktober 2026 eine am 2. Oktober eingegangene Anmeldung veröffentlicht, wonach die AP Auto sp. z o.o. (Warschau) einen Teil des Vermögens der Toyota Katowice sp. z o.o. erwerben will. Gegenstand ist ein organisierter Betriebsteil mit dem autorisierten Toyota-Verkaufs- und Servicebetrieb in der al. Wojska Polskiego 68/76 in Tschenstochau: Neuwagenverkauf Toyota, Gebrauchtwagen verschiedener Marken, Aftersales- und Werkstattleistungen sowie über Subunternehmer organisierte Karosserie- und Lackarbeiten. Übertragen werden materielle und immaterielle Vermögenswerte, bestimmte Rechte und Verträge sowie das Personal des Betriebsteils. AP Auto ist eine neu gegründete Gesellschaft ohne operatives Geschäft und gehört zu einer Gruppe mit Auto Podlasie CorpoCars Management (AP Flota) und Auto Łódź, die in Fahrzeugvermietung, Flottenmanagement, Autohandel und Service tätig ist. Der Erwerber will den Betrieb am bisherigen Standort fortführen. Das Verfahren läuft; ein Preis wurde nicht genannt.
Die UOKiK hat am 12. Oktober 2026 eine am 6. Oktober eingegangene Anmeldung veröffentlicht, wonach die Hanplast sp. z o.o. aus Bydgoszcz durch den Erwerb sämtlicher Anteile die alleinige Kontrolle über die ebenfalls in Bydgoszcz ansässige KLG sp. z o.o. übernehmen will. Laut Anmeldung wird Hanplast von Aleksandra Majchrowicz kontrolliert und kontrolliert seinerseits eine Gruppe, die im Lohnspritzguss für Kunden aus Industrie, Chemie und Haushaltsgeräten mit kundeneigenen Werkzeugen, in der Herstellung und Montage von Photovoltaikmodulen, in der PV-Planung sowie teils im Betrieb von Solarparks und in Stromerzeugung und -handel tätig ist. KLG erbringt spezialisierte Spritzgussleistungen und fertigt Spritzgießwerkzeuge; beide Seiten sind im In- und Ausland tätig. Das Verfahren läuft; ein Preis wurde nicht genannt.
Die rumänische Regierung hat am 9. Oktober 2026 die Genehmigung der Übernahme der Marinewerft Mangalia durch den deutschen Rheinmetall-Konzern begrüßt. Die bisherige Betreiberin Damen Shipyards Mangalia ist insolvent; laut Mitteilung führten die finanziellen Probleme zur Entlassung von fast 1.000 Beschäftigten. Die Regierung verknüpft den Deal mit dem EU-Verteidigungsprogramm SAFE, in dessen Rahmen sie Investitionen in die rumänische Rüstungsindustrie, einschließlich der Werft, zur Bedingung für den Kauf von Rheinmetall-Rüstungsgütern gemacht hat; die geplanten Investitionen sollen den Betrieb wieder aufnehmen und Arbeitsplätze schaffen. Laut Presseberichten unter Berufung auf den Insolvenzverwalter CITR ist Käuferin die Rheinmetall Real Estate România SRL; der Preis lag bei rund 138,0 Mio. € ohne MwSt. und wurde in der fünften Auktion nach vier Auktionen ohne Bieter erzielt. Die Regierungsmitteilung selbst nennt keinen Preis.
Die estnische Wettbewerbsbehörde hat am 9. Oktober 2026 eine Zusammenschlussanmeldung veröffentlicht, wonach die Alpek OÜ die alleinige Kontrolle über die Carpenter Engineered Foams OÜ erwerben will. Laut nicht vertraulicher Zusammenfassung haben Alpek und die finnische Carpenter Engineered Foams Oy einen Kaufvertrag über 100 % der estnischen Gesellschaft unterzeichnet, die keine Tochtergesellschaften hat. Dritte können binnen sieben Tagen Stellung nehmen. Beide Unternehmen importieren Polyurethanschaum in Blöcken, verarbeiten ihn — Platten-, Vertikal-, CNC-Kontur- und Profilschnitt — und verkaufen die Produkte überwiegend an estnische Kunden; Überschneidungen bestehen in der Schaumstoffverarbeitung und im Großhandel mit verarbeiteten Produkten in Estland. Carpenter Estonia hat im Sommer 2025 das Gießen von Schaumblöcken eingestellt und verarbeitet seither nur importierten Schaum. Laut Anmeldung schreibt die Schaumstoffsparte von Alpek seit 2024 Verluste, und auch Carpenters estnisches Geschäft blieb nach der Produktionsschließung defizitär. Carpenter trennt sich davon im Zuge der Integration des 2023 von Recticel übernommenen Spezialschaumgeschäfts. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS hat am 9. Oktober 2026 mitgeteilt, dass sie die Übernahme von ALCO durch AL INVEST ohne Auflagen im vereinfachten Verfahren freigegeben hat; die Entscheidung ist rechtskräftig. ALCO aus der Region Bruntál kauft, sortiert und verarbeitet Aluminiumabfälle und stellt Briketts, Granulate, Pulver und Barren aus Recyclingaluminium her. Die Freigabe umfasst auch die L.K.E.-Pivovarská desselben Eigentümers, die laut Behörde auf keinem Markt tätig ist. AL INVEST gehört zur Gruppe unter der MTX Group a.s. und stellt Aluminiumprodukte her — vor allem Aluminiumverpackungen und -folien sowie gewalzte Halbzeuge wie Bleche, Bänder und Platten für Automobil-, Bau- und Druckindustrie. Die MTX-Gruppe ist außerdem im Metallankauf und -handel, im Bau automatisierter Maschinen und Fertigungslinien sowie in Kohleaufbereitung und Koksherstellung tätig. Verkäufer und Kaufpreis wurden nicht genannt.
Das slowakische Antimonopolamt (PMÚ) hat am 9. Oktober 2026 mitgeteilt, dass es am 25. September einen Zusammenschluss freigegeben hat, mit dem die Veolia Energia Slovensko, a. s. die alleinige Kontrolle über die ENGIE Services a.s., die Račianska teplárenská, a.s. und die Prvá ružinovská spoločnosť s. r. o. erwirbt; die Entscheidung ist seit 28. September rechtskräftig. Das PMÚ prüfte die Bereiche, in denen sich die Tätigkeiten der Gruppen Veolia und Engie in der Slowakei überschneiden, mit Schwerpunkt auf Wärmelieferung und dem Wettbewerb um den Betrieb von Fernwärmesystemen. Bei dezentralen Wärmequellen für einzelne Gebäude, Gebäudekomplexe oder Industrieareale findet Wettbewerb projektweise statt und bleibt ausreichend. Bei der Fernwärme, wo Betreiber meist per Ausschreibung gewählt werden und danach aufgrund langfristiger Verträge eine Exklusivstellung haben, bleiben laut PMÚ weitere fähige Bieter — genannt werden ESCO Slovensko, STEFE und MH Teplárenský holding. Bratislava, wo Veolia und MH Teplárenský holding bedeutend sind, wurde gesondert geprüft; berücksichtigt wurden die schrittweise Schwächung von Engie dort und jüngste Ausschreibungsergebnisse. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Am 7. Oktober 2026 hat die estnische Wettbewerbsbehörde eine Zusammenschlussanmeldung erhalten und veröffentlicht, wonach die AS Puumarket 100 % der Anteile an der eHomer OÜ von Alar Kalmus und der VISIO HOLDING OÜ erwerben und die alleinige Kontrolle übernehmen will. Dritte können binnen sieben Tagen Stellung nehmen. Laut nicht vertraulicher Zusammenfassung verkauft Puumarket Holz und Baustoffe an Privat-, Großhandels- und Profikunden über stationäre Märkte und digitale Kanäle; eHomer verkauft ebenfalls Baustoffe, konzentriert sich aber stärker auf digitalen Vertrieb und E-Commerce. Die Tätigkeiten überschneiden sich im Baustoffhandel in Estland; geprüft werden auch engere Kategorien — Holz und Schnittholz, Dämmstoffe, Gips und Gipsprodukte sowie technische Isolierung — und alternativ der Online-Vertrieb von Baustoffen. Die Anmelderin sieht E-Commerce als Vertriebskanal, nicht als eigenen Markt; räumlich wird mindestens ganz Estland betrachtet. Ziel ist, die E-Commerce- und Digitalvertriebskompetenz von eHomer mit Einkaufsmacht, Sortiment, Lager- und Logistiknetz sowie Lieferantenbeziehungen von Puumarket zu verbinden. eHomer soll zumindest zunächst als eigener Onlineshop und eigene Marke weitergeführt werden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die Logintrade S.A. aus Breslau, Anbieter von Software zur Digitalisierung von Einkaufsprozessen, meldete am 7. Oktober 2026, dass am 6. Oktober ein Vertrag geschlossen wurde, durch den sie die Eigentümerkontrolle über die PROEBIZ s.r.o. mit Sitz in Ostrava (Tschechien) übernimmt. PROEBIZ liefert IT-Lösungen zur Unterstützung von Einkaufs- und Vertriebsprozessen von Unternehmen. Mit Vollzug des Vertrags erhält Logintrade 75 % des Stammkapitals und 75 % der Stimmen in der Gesellschafterversammlung. Das Unternehmen sieht die Transaktion als Teil seiner Strategie, die Position bei der Beschaffungsdigitalisierung zu stärken und ins Ausland zu expandieren, und erwartet mehr Größe, ein breiteres Angebot sowie operative und technologische Synergien. Kaufpreis, Verkäufer und Finanzzahlen von PROEBIZ wurden in der Meldung nicht genannt.
Am 7. Oktober 2026 meldete Invalda INVL, dass der INVL Sustainable Timberland and Farmland Fund II den Verkauf von mehr als 2.600 Hektar Wald in Lettland abgeschlossen hat. Das Waldportfolio gehörte den lettischen Fondsgesellschaften Zemvalde Forest und Zemvalde Agro; die Flächen liegen überwiegend in den Regionen Vidzeme und Latgale. Käufer ist eine in Lettland registrierte Gesellschaft dänischer Investoren; ihr Name wurde nicht genannt. Karl Danielsson Farm & Forest vertrat INVL und führte den Verkaufsprozess bis zum Abschluss. Der Fonds verwaltet 21.000 Hektar Wald- und Agrarflächen im Baltikum und in Rumänien, hat 98 Mio. EUR von Investoren eingesammelt und will die Erlöse in weitere Wald- und Agrarflächen reinvestieren. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Am 2. Oktober 2026 unterzeichneten Papyrus AB und Papyrus GmbH mit dem französischen Papiergroßhändler Antalis S.A.S. einen Anteils- und Asset-Kaufvertrag. Danach würde Antalis die Kontrolle über Papyrus OÜ (Estland), SIA Papyrus (Lettland), UAB Papyrus Lietuva (Litauen), Papyrus Hungaria Zrt., Papyrus Sp. z o.o. (Polen), Papyrus Bohemia s.r.o. (Tschechien), Papyrus Romania SRL, Papyrus Schweiz AG, OptiGroup SSC Kft. sowie — als Asset Deal — den Geschäftsbetrieb der Papyrus GmbH in Deutschland erwerben. Die estnische Wettbewerbsbehörde erhielt die Anmeldung am 5. Oktober und veröffentlichte sie am 6. Oktober; Dritte können binnen sieben Tagen Stellung nehmen. Laut nicht vertraulicher Zusammenfassung vertreiben die Zielgesellschaften Druck- und Grafikpapiere, Büropapier, Briefumschläge, Materialien für visuelle Kommunikation, Hygiene- und Reinigungsprodukte sowie Industrieverpackungen und bieten Muster-, Lager-, Zuschnitt- und Logistikleistungen. In Estland ist nur Papyrus OÜ tätig, als Großhändler für Druck- und Grafikpapiere, Büropapier, Umschläge und Verpackungen. Antalis ist in 31 Ländern tätig, bedient über 100.000 Kunden über 120 Distributionszentren und wird allein von KPP Group Holdings kontrolliert. Die Tätigkeiten überschneiden sich beim Vertrieb von Papierprodukten und Verpackungen; die Anmeldung grenzt diese Märkte EWR-weit oder baltikumweit ab und hält fest, dass der Papiervertrieb bei nationaler Abgrenzung ein horizontal betroffener Markt wäre. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Am 6. Oktober 2026 hat der litauische Wettbewerbsrat die Freigabe für die Transaktion verweigert, mit der das estnische Unternehmen MM Grupp, das die Kinokette Apollo kontrolliert, vom Wettbewerber Forum Cinemas Lithuania das Kino im Einkaufszentrum Akropolis in Vilnius übernommen hatte. Die Transaktion wurde Ende 2021 ohne Freigabe des Rates vollzogen. Der Rat erhob Daten aller sieben Kinos in Vilnius, von denen drei in den Einkaufszentren Akropolis, Ozas und Outlet liegen. Er stellte fest, dass der Anteil der von Apollo kontrollierten Kinos am Markt in Vilnius nach der Übernahme deutlich stieg und 50 % überschritt und dass die drei Einkaufszentrum-Kinos nun von zwei statt drei unabhängigen Betreibern geführt werden. Vor der Transaktion waren die Kinos im Akropolis und im Outlet enge Wettbewerber. MM Grupp bot an, einen der sechs Säle des Apollo-Kinos im Outlet an einen unabhängigen Betreiber abzugeben; der Rat hielt dies für unzureichend. Er verpflichtete MM Grupp, binnen sechs Monaten den früheren Zustand wiederherzustellen oder die Folgen des Zusammenschlusses zu beseitigen — also eines der beiden Apollo-Kinos in Einkaufszentren in Vilnius zu verkaufen, zu mit dem Rat abzustimmenden Bedingungen. Gegen die Entscheidung kann binnen eines Monats beim Regionalen Verwaltungsgericht Klage erhoben werden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Rat festgestellt, dass MM Grupp 2021 ohne Freigabe die Kontrolle über Forum Cinemas Lithuania übernommen und damit gegen das Gesetz verstoßen hatte; diese Entscheidung ist angefochten. In ihrer Mitteilung vom selben Tag bezeichnete die Apollo Group die Entscheidung als Nebenepisode des vor Gericht anhängigen Hauptstreits, erklärte, MM Grupp vertrete die Auffassung, dass die Übernahme keiner Freigabe bedurfte, und dass über beide Kinos — in Vilnius und in Kaunas — das Gericht entscheiden werde.
Am 6. Oktober 2026 gab der litauische Wettbewerbsrat bekannt, dass er die Prüfung des Zusammenschlusses eingestellt hat, mit dem Tesonet Global, Betreiber der Arena in Kaunas, 99,99 % der Aktien von Star Dome, dem Betreiber einer Arena in Vilnius, erwerben und die alleinige Kontrolle übernehmen wollte. Die Parteien haben die Transaktion aufgegeben. Die Anmeldung ging am 7. April 2026 ein. Die Experten des Rates befragten Veranstalter, Betreiber von Veranstaltungsstätten, Ticketvertreiber und die Stadtverwaltung Vilnius. Am 16. September 2026 übermittelten sie den Parteien eine vorläufige Bewertung, wonach die Transaktion den Wettbewerb auf dem Markt für die Vermietung geschlossener Veranstaltungsstätten beeinträchtigen würde: Das fusionierte Unternehmen hätte mehr als 70 % des Marktes für Hallen für Veranstaltungen mit über 5.000 Zuschauern, die übrigen Wettbewerber wären deutlich kleiner; auf dem Markt für Veranstaltungen mit über 8.000 Zuschauern sind die beiden Parteien die einzigen Wettbewerber. Tesonet Global reichte ergänzende Erläuterungen ein, die Experten blieben jedoch bei ihren vorläufigen Schlussfolgerungen. Am 2. Oktober 2026 erhielt der Rat den Antrag von Tesonet Global, wonach die Unternehmen von ihren Plänen Abstand nehmen, und stellte die Prüfung ein. Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.
Am 5. Oktober 2026 hat der litauische Wettbewerbsrat der UAB Investicijų valdymas „Prosperus“ genehmigt, mittelbar über die Investmentgesellschaft Prosperus Retail Property Fund jeweils 100 % der Anteile an der UAB Ozantis und der UAB NEPI Rockcastle Lithuania zu erwerben und die alleinige Kontrolle zu übernehmen. Die Anmeldung ging am 14. September 2026 ein; der Rat stellte fest, dass keine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Ozantis besitzt das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum Ozas in Vilnius und vermietet Einzelhandelsflächen; NEPI Rockcastle Lithuania erbringt für Ozantis Asset-Management-Leistungen. Prosperus verwaltet Fonds, die in Einzelhandels-, Industrie- und Logistikimmobilien im Baltikum sowie in Verteidigungs-, Energie- und PPP-Objekte investieren. Der Kaufvertrag wurde am 18. September 2026 bekannt gegeben. NEPI Rockcastle bezifferte den Bruttotransaktionswert auf 200 Mio. € und den geschätzten Nettoerlös auf 179 Mio. € — 13 % über dem IFRS-Nettoinventarwert der Immobilie zum 30. Juni 2026 — und erwartet den Vollzug im vierten Quartal 2026. Ozas war ihr einziges Objekt im Baltikum; seit dem Erwerb 2018 wurde die vermietbare Bruttofläche von 62.400 m² auf rund 70.600 m² mit etwa 200 Ladeneinheiten erweitert. Laut Prosperus will der Fonds binnen 18 Monaten mindestens 1 Mrd. € Vermögen erreichen und in den nächsten sechs bis zwölf Monaten ein bis zwei weitere Zukäufe tätigen. Die Freigabe ist noch nicht der Vollzug.
Am 2. Oktober 2026 hat der litauische Wettbewerbsrat dem schwedischen Unternehmen Beijer Ref den Erwerb von 90 % der Anteile an der UAB Refra und die Übernahme der alleinigen Kontrolle genehmigt. Die Anmeldung ging am 14. September 2026 ein; der Rat stellte fest, dass keine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Die in Stockholm börsennotierte Beijer Ref ist einer der weltweit größten Großhändler für Kältetechnik und in 45 Ländern tätig. In Litauen kaufen ihre Gesellschaften Beijer Ref Lithuania und Airwave Lietuva Kälte-, Lüftungs- und Klimatechnik bei Herstellern ein und verkaufen sie an Installateure und Bauunternehmen; zudem bieten sie Solaranlagen an. Refra mit Sitz in Vievis fertigt Kälteaggregate, Wärmepumpen, Luftwärmetauscher und Klimaanlagen für Industrie und Gewerbe und verkauft den Großteil ins Ausland. Kaufpreis und Inhaber der übrigen 10 % wurden nicht genannt. Die Freigabe ist noch nicht der Vollzug.
Sygnity S.A. meldete, dass ihre 100-prozentige niederländische Tochter Tessara Blue B.V. am 2. Oktober 2026 mit dem Mehrheitsaktionär von Sygnity, der TSS Europe B.V., einen Vertrag geschlossen hat, mit dem Tessara 100 % der g.on experience gmbh mit Sitz in Münster erworben hat. Der vorläufige Kaufpreis lag bei rund 7,2 Mio. € und wird nach dem Closing gemäß einem vertraglich festgelegten Mechanismus abgerechnet. g.on entwickelt, produziert und betreut Lösungen zur Verwaltung komplexer Infrastruktur auf Basis von Geolokalisierung; zu den Hauptkunden zählen Flughäfen, Industrie- und Chemieanlagen, Einkaufs- und Wohnzentren, Stromversorger und die öffentliche Verwaltung. Sygnity erklärt, der Kauf entspreche der Strategie, überschüssige Mittel in eine Gruppe unabhängiger IT-Anbieter mit kritischen, eigenproduktbasierten Branchenlösungen zu investieren; das Interesse an g.on war seit 2022 in Berichten angekündigt.
Getin Holding S.A. meldete, dass sie am 2. Oktober 2026 mit dem Insolvenzverwalter der Idea Bank S.A. in Insolvenz, unter Mitwirkung der Wertpapierfirma Noble Securities, einen bedingten Kaufvertrag über 3.774.107 Aktien der FaktorOne S.A. geschlossen hat, das sind 35 % des Grundkapitals und der Stimmrechte. Der Preis besteht aus drei Teilen: 2,5 Mio. PLN bei Closing; ein aufgeschobener Teil von 0,7 Mio. PLN, zahlbar nach dem 31. Dezember 2028 und spätestens bis 31. Januar 2029; sowie eine bedingte Komponente in Höhe der Hälfte einer möglichen Steuererstattung an FaktorOne nach Abschluss eines bestimmten Steuerstreits, abzüglich der Kosten und des tatsächlich gezahlten aufgeschobenen Preises — fällig nur, wenn der Streit nach dem 2. Januar 2029 endet. Die Übertragung bedarf der Zustimmung des Insolvenzrichters im Verfahren der Idea Bank, erwartet bis 16. Oktober 2026. Die Meldung verweist auf den früheren Getin-Bericht 24/2025 vom 15. September 2025.
Die STRABAG SE gab am 1. Oktober 2026 bekannt, dass sie nach Erhalt aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen den Erwerb von 100 % der Anteile an der BAWI Construction SRL abgeschlossen hat, einem auf Bahninfrastruktur spezialisierten Unternehmen aus Bukarest. Die Transaktion war früher im Jahr 2026 angekündigt worden. BAWI beschäftigt rund 240 Mitarbeitende und erzielte 2025 eine Leistung von rund 60 Mio. €. Das Leistungsspektrum reicht über die gesamte Wertschöpfungskette — vom Bau und der Modernisierung über Spezialarbeiten bis zur eigenen Komponentenfertigung. Laut Strabag stärkt der Deal das Bahnbaugeschäft in Rumänien und die Position im südosteuropäischen Bahninfrastrukturmarkt. Kaufpreis und Verkäufer wurden nicht genannt.
Die im Premium-Segment der Bukarester Börse notierte Cris-Tim Family Holding S.A. meldete, am 2. Oktober 2026 mit Brainfly Ltd. einen Kaufvertrag über 100% der Via Trend Ready Meals S.R.L. unterzeichnet zu haben. Via Trend hält sämtliche Anteile an der Snack 4U Concept S.R.L.; nach Vollzug hält Cris-Tim Via Trend direkt und Snack 4U indirekt. Das Unternehmen bezeichnet Via Trend als seinen Hauptwettbewerber bei Fertiggerichten mit vergleichbarem Umsatz und ähnlichem Sortiment, Snack 4U als größten Sandwichhersteller Rumäniens. Beide produzieren Eigenmarken (Daniela's, Paparude, Snack 4U) sowie Handelsmarken für internationale Einzelhandelsketten. Sie betreiben drei Werke — zwei im Eigentum, eines gemietet — in Moara Domnească (Ilfov), Pietroasele (Buzău) und Bukarest, darunter ein neu gebautes Werk mit rund 8.000 m², und beschäftigen 380 Mitarbeitende. Indikative, ungeprüfte Schätzung des Managements für die gemeinsamen bereinigten Jahresdurchschnitte 2023–2025: Umsatz rund 143,2 Mio. Lei, EBITDA 20,7 Mio. Lei (Marge rund 14,5%), Nettogewinn 8,9 Mio. Lei. Der rumänische Wettbewerbsrat hat die Transaktion genehmigt, auch die Investitionsprüfung ist abgeschlossen; der Vollzug wird bis Ende November 2026 erwartet, vorbehaltlich der übrigen Vertragsbedingungen. Der Preis wurde nicht genannt.
Die in Zagreb notierte CIAK Grupa d.d. gab am 2. Oktober 2026 bekannt, die Übernahme der Technolub d.o.o. aus Belgrad abgeschlossen zu haben. Käufer ist die Tochter CIAK Auto Serbia. CIAK beschreibt Technolub als einen der führenden Händler von Ölen und anderen Schmierstoffen in Serbien und darüber hinaus, mit mehr als 9 Mio. € Umsatz und über 25 Beschäftigten, sowie als Familienunternehmen. Technolub wird weiterhin von Geschäftsführer Matković geleitet. CIAK, nach eigener Darstellung eines der führenden unabhängigen Kfz-Aftermarket-Unternehmen der Adria-Region, ist in Kroatien, Montenegro, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Slowenien tätig. Preis und Anteil wurden nicht genannt.
Die Österreichische Post AG gab am 1. Oktober 2026 bekannt, dass sie nach Genehmigung durch die serbische Wettbewerbsbehörde die Übernahme von 100% des serbischen Paketdienstleisters D Express abgeschlossen hat. 2025 beschäftigte D Express rund 1.300 Mitarbeitende, beförderte etwa 14 Mio. Pakete und erzielte rund 36 Mio. € Umsatz. Zur Infrastruktur gehören ein eigenes Logistikzentrum in Belgrad, 27 Zustellbasen, 35 Paketshops, mehr als 300 Paketstationen und rund 800 Fahrzeuge. Die Post besitzt in Serbien bereits City Express; mit dem Closing werden beide Gesellschaften schrittweise zu einem Unternehmen zusammengeführt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Laut Post wird sie damit neuer Marktführer im serbischen Paketgeschäft.
Die in Warschau notierte Herkules S.A. meldete, am 1. Oktober 2026 mit der Fuchs Europoles Polska sp. z o.o. aus Danzig einen bedingten Vorvertrag über den Verkauf von 12.566.000 Aktien — 100% von Kapital und Stimmrechten — der Tochter Gastel Prefabrykacja S.A. aus Karsin unterzeichnet zu haben. Der Preis beträgt 19.131.000 PLN, fest und endgültig, ohne Anpassung nach dem Hauptvertrag. Der Hauptvertrag hängt von der wirksamen Freigabe von Sicherheiten ab, die die Tochter einer Leasinggesellschaft gestellt hat, sowie von gesellschaftsrechtlichen Zustimmungen bei Herkules; er soll binnen fünf Werktagen nach Eintritt oder Verzicht auf diese Bedingungen geschlossen werden. Vertragsstrafen sind nicht vorgesehen, die Haftung des Verkäufers aus Garantien ist auf den tatsächlich gezahlten Preis begrenzt. Herkules verbindet den Verkauf mit der im Oktober 2025 angekündigten Prüfung strategischer Optionen. Laut eigener Website stellt Gastel Prefabrykacja in Karsin (Pommern) geschleuderte Spannbetonmasten (Telekom, Energie, Werbung) bis 70 m, Stahlbetoncontainer und weitere Fertigteile her.
Der Kraftstoffhändler UNIMOT S.A. meldete, am 1. Oktober 2026 mit der PZL Sędziszów S.A. einen Vertrag über die Zeichnung von 3.163.541 neuen Aktien — 34,2% von Kapital und Stimmrechten — zu einem Gesamtausgabepreis von 49.999.990,12 PLN unterzeichnet zu haben. Unimot leistet eine Sacheinlage in Form von 100% der Aktien der Tochter PZL Defence S.A., deren beizulegender Zeitwert von 50 Mio. PLN von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer bestätigt wurde. PZL Sędziszów blickt auf fast 90 Jahre Geschichte zurück, besitzt eine Lizenz für Herstellung und Handel mit Militärgütern einschließlich Drohnen und fertigt derzeit Filter für Militärfahrzeuge und Hubschrauber. PZL Defence arbeitet an unbemannten Luftfahrtsystemen, Dual-Use-Lösungen und Technologieprojekten für den Verteidigungs- und Sicherheitssektor. Geplant ist, PZL Sędziszów nach Aufnahme von PZL Defence in PZL Defence Holding umzubenennen, durch Zukäufe wachsen zu lassen und später zunächst an NewConnect, dann am Hauptmarkt der Warschauer Börse zu notieren.
Die MOL Plc gab am 1. Oktober 2026 bekannt, die am 1. April 2026 unter dem Titel „MOL erhöht seinen Anteil an der ALTEO Plc. auf fast 40% und veräußert seinen 15%-Anteil an der WABERER'S INTERNATIONAL Plc.“ angekündigte Transaktion beendet zu haben. Laut MOL lagen bis zu der in den Kaufverträgen festgelegten Frist nicht alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vor, wodurch MOL zum Rücktritt berechtigt war. MOL hat dieses Recht ausgeübt und die Gegenparteien informiert.
Der lettische Wettbewerbsrat (KP) teilte am 1. Oktober 2026 mit, dass er am 28. September von der SIA HUMMULI die Anmeldung eines Zusammenschlusses erhalten hat: den Erwerb der alleinigen Kontrolle über die SIA Food Union Management. Laut der bei der estnischen Wettbewerbsbehörde eingereichten Zusammenfassung beruht die Transaktion auf einem Anteilskaufvertrag zwischen der Food Union Luxembourg Holdings II S.à r.l. als Verkäuferin und HUMMULI als Käuferin über 100% der Food Union Management. HUMMULI ist in Lettland registriert, gehört zur OÜ-Falber-Gruppe und wird letztlich von Raul Jeets kontrolliert. Die Gruppe der Käuferin ist vor allem in Estland tätig: Rohmilcherzeugung (Milchviehhaltung), Ackerbau, Eierproduktion, Mastrinderhaltung und Immobilien; Milchprodukte verarbeitet oder verkauft sie derzeit nicht. Food Union Management hält die AS Rīgas piena kombināts und die Valmieras piens AS mit Marken wie Kārums, Rasa, Valmiera, Limbažu Piens, Dzintars und Rasēns. Die estnische Wettbewerbsbehörde gab die Transaktion am 29. September 2026 frei (Entscheidung 5-5/2026-035). Der KP muss binnen eines Monats nach Anmeldung entscheiden, bei vertiefter Prüfung binnen vier Monaten; Stellungnahmen nimmt er bis 9. Oktober entgegen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Orange Polska S.A. meldete am 30. September 2026, gemeinsam mit dem niederländischen Pensionsinvestor APG am selben Tag den Erwerb der Nexera Holding sp. z o.o. abgeschlossen zu haben. Die Transaktion folgt einem Vorvertrag vom 19. Dezember 2025 und der bedingungslosen Freigabe durch die Europäische Kommission. Der Unternehmenswert beträgt rund 1,5 Mrd. PLN: etwa 1,0 Mrd. PLN Bankschulden, die in der Bilanz von Nexera verbleiben, und ein Kaufpreis von etwa 0,5 Mrd. PLN, den Orange Polska und APG je zur Hälfte finanzieren. Zudem verpflichteten sich die Partner gegenüber den finanzierenden Banken, Nexera binnen zwölf Monaten bis zu 130 Mio. PLN Gesellschafterfinanzierung bereitzustellen. Nach dem Closing wurden die Nexera-Anteile in Światłowód Inwestycje eingebracht, das gemeinsam von Orange Polska und APG (im Auftrag des Pensionsfonds ABP) kontrollierte Glasfaser-Joint-Venture. Das FTTH-Netz von Nexera erreicht rund 800.000 Haushalte, überwiegend in Kleinstädten und ländlichen Gebieten. Światłowód Inwestycje strebt bis Ende 2030 eine Abdeckung von rund 4 Mio. Haushalten an.
Die ONDE S.A. aus Toruń, ein an der Warschauer Börse notierter Generalunternehmer für erneuerbare Energien, meldete am 30. September 2026, dass alle aufschiebenden Bedingungen erfüllt sind und sie mit einer Privatperson den endgültigen Aktienkaufvertrag über 100% der Przedsiębiorstwo Badawczo-Wdrożeniowe OLMEX S.A. aus Wójtowo geschlossen hat. Im Rahmen der Transaktion erwarb ONDE auch den Geschäftsbetrieb der OLMEX KMB sp. z o.o., der am Tag der Unterzeichnung auf OLMEX übertragen wurde. OLMEX liefert Energietechnik und baut und modernisiert Umspannwerke sowie Übertragungs- und Verteilnetze für Versorger und Industrie; das KMB-Geschäft entwickelt, fertigt und installiert Blindleistungskompensation. Laut Vorvertrag (Meldung 34/2026 vom 31. Juli) beträgt der Basispreis 38 Mio. PLN; der Earn-out für die folgenden 36 Monate wird auf rund 7,6–10,3 Mio. PLN geschätzt, die mögliche Gesamtvergütung also auf rund 45,6–48,3 Mio. PLN. Voraussetzung für den Vollzug war unter anderem die Freigabe durch den Präsidenten der polnischen Wettbewerbsbehörde UOKiK.
Die MedTech Solutions S.A. aus Warschau meldete am 30. September 2026, dass nach Erfüllung aller Bedingungen der Investitionsvereinbarung vom 27. Mai der Erwerb von 100% der Good For You Medical sp. z o.o. (GFYM) aus Lusowo von deren Eigentümer Jarosław Brudz vollzogen wurde. GFYM vertreibt Medizinprodukte — vor allem orthopädische und chirurgische Produkte wie Implantate, chirurgische Instrumente und Verbrauchsmaterial — auf Basis von Vertriebsverträgen mit ausländischen Herstellern. Verkauft wird überwiegend an Krankenhäuser, auch über öffentliche Ausschreibungen; Geschäftsbeziehungen bestehen zu rund 100 Krankenhäusern in Polen. Der Gesamtpreis beträgt 3,0 Mio. PLN. Der Verkäufer brachte 83% von GFYM als Sacheinlage gegen 2.699.201 neue Aktien der Serie D zu je 0,9262 PLN ein (Wert 2,5 Mio. PLN); die restlichen 17% wurden für 500.000 PLN in bar gekauft, zahlbar binnen sieben Werktagen. Zusätzlich steht dem Verkäufer ein bedingter Earn-out gemäß Meldung 18/2026 zu. GFYM ist die erste Tochtergesellschaft; ab dem dritten Quartal 2026 berichtet MedTech Solutions konsolidiert.
Die am NewConnect notierte Moliera2 S.A. meldete am 30. September 2026 den Abschluss des Kaufs von 760.000 Aktien der Zodi Labs S.A. aus Warschau, entsprechend 76% des Grundkapitals. Der endgültige Gesamtpreis betrug 5.300.001 PLN und wurde am selben Tag vollständig gezahlt. Bei Unterzeichnung der Vorverträge am 30. Juli (ESPI 11/2026) mit zwei Gesellschaften und einer Privatperson beschrieb Moliera2 das Zielunternehmen als im Bereich KI und Influencer-Marketing tätig; die Parteien bewerteten 100% mit 6,9 Mio. PLN. In derselben Meldung hieß es, der Umsatz im Jahr 2025, dem ersten Geschäftsjahr, habe rund 8,5 Mio. PLN betragen, bei einem Nettoverlust von rund 0,4 Mio. PLN. Am 16. September meldete Moliera2 einen Darlehensvertrag zur Finanzierung des Kaufs (ESPI 13/2026). Die übrigen 24% bleiben bei den bisherigen Aktionären.
Die INPRO S.A. aus Danzig meldete am 30. September 2026, dass sie in Ausführung zweier am 24. September gemeldeter Vorverträge (Meldung 38/2026) zwei Anteilskaufverträge unterzeichnet und 38 Anteile, also 76%, der MS15 sp. z o.o. aus Gdynia, eines Unternehmens aus dem Planungssektor, erworben hat. Vertragspartner waren alle bisherigen Gesellschafter, sämtlich Privatpersonen. Nach der Transaktion hält INPRO 76%, ein Gesellschafter behält 24%. Das Eigentum ging mit Unterzeichnung über. Vorausgegangen waren eine Due Diligence durch INPRO, der Verzicht der Verkäufer auf Vorkaufsrechte und eine Satzungsänderung nach den Vorgaben von INPRO. Der Preis wurde zu Marktbedingungen auf Basis von Bewertungen festgelegt; laut INPRO übersteigen die Kaufpreise zusammen nicht 10% ihres Eigenkapitals. Einer der Verträge — mit dem verbleibenden Gesellschafter — sieht einen gedeckelten Earn-out vor, der einen Teil des Preises an operative Ziele und das kumulierte EBITDA 2026–2029 knüpft. INPRO beschreibt den Kauf als Erweiterung der Gruppe um ein Planungssegment.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS gab am 30. September 2026 bekannt, dass sie der enteria a.s. aus Pardubice den Erwerb der Mehrheit an der ZNAKON, a.s., der Znakon Asfalt s.r.o. und der Znakon Servis s.r.o. genehmigt hat. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Die enteria-Holding ist im Straßenbau tätig — Bau, Reparatur und Sanierung von Straßeninfrastruktur und Wasserbauten — sowie in der Herstellung und Lieferung von Asphaltmischgut; ihre Gesellschaften betreiben zudem Projektentwicklung. Znakon begann mit Straßenmarkierung und kam später zu Straßenreparatur und -unterhalt, Brunnenbohrung und Bau. 2016 wurden die Aktivitäten auf Znakon Asfalt, Znakon Servis und Znakon Reality aufgeteilt; so entstand die Znakon Group. Verkauft wird die Mehrheit an drei Gesellschaften: ZNAKON, a.s. (Bau), Znakon Asfalt, die das Asphaltmischwerk in Strakonice betreibt, und Znakon Servis, die Fahrzeuge, Baumaschinen und Technik langfristig vermietet. Die ÚOHS sah keine erhebliche Behinderung des Wettbewerbs. Preis und genaue Beteiligung wurden nicht genannt.
Die an der Warschauer Börse notierte Cloud Technologies S.A. meldete am 30. September 2026 einen bedingten Vertrag mit der TrueData Solutions Inc. über den Erwerb von 100% einer neu gegründeten US-Zweckgesellschaft. Der Vollzug erfolgt, sobald die Marke TrueData und bestimmte Handelsverträge in diese Gesellschaft übertragen sind. Der Gesamtpreis beträgt 1,1 Mio. USD für die Anteile und eine Lizenz an der für das Datenverkaufsgeschäft nötigen Technologie. 0,5 Mio. USD sind bei Wirksamwerden des Vertrags fällig, die übrigen Tranchen binnen zwölf Monaten, alles in bar. Der Preis liegt in der Spanne einer Bewertung durch einen unabhängigen Berater; der Vertrag enthält Garantien beider Seiten. Die erworbene Gesellschaft wird in TrueData LLC umbenannt und führt das Geschäft unter der Marke TrueData in Nordamerika fort. Laut Cloud Technologies baut der Kauf das internationale Datendistributionsnetz strategiegemäß aus.
Die estnische Wettbewerbsbehörde entschied am 28. September 2026 (Entscheidung 5-5/2026-034, veröffentlicht am 29. September), dass die Elisa Eesti AS die Kontrolle über die PRO IT TEENUSED OÜ erwerben darf. Laut Entscheidung unterzeichnete Elisa Eesti am 7. August 2026 mit der HM Consult OÜ und der MH302 OÜ einen Anteilskaufvertrag über 100% von PRO IT; die Anmeldung erfolgte am 31. August. Elisa Eesti gehört zur Gruppe der an der Nasdaq Helsinki notierten Elisa Oyj. PRO IT erbringt IT-Dienstleistungen für Geschäftskunden: Betrieb und Wartung von Netzwerklösungen — einschließlich der Überlassung eigener Geräte sowie deren Konfiguration, Überwachung und Störungsbehebung —, Verwaltung von Arbeitsplätzen und Servern sowie Verkauf von IT-Hardware. Elektronische Kommunikationsdienste oder Internetzugang bietet PRO IT nicht an. Die Transaktion unterlag der Fusionskontrolle, weil die Umsätze in Estland die Schwellen überschritten: zusammen über 6 Mio. € und je Partei über 2 Mio. €. Einwände gingen nicht ein. Ein Preis wurde nicht genannt.
Die in Tallinn notierte Arco Vara AS gab am 29. September 2026 bekannt, einen Vorvertrag über den Verkauf ihrer 75%-Beteiligung an der Botanica Lozen EOOD, einer bulgarischen Projektentwicklungsgesellschaft, an die Kamaleo Invest OOD geschlossen zu haben, der die übrigen 25% bereits gehören. Arco Vara bezeichnet die Transaktion als Management-Buy-out: Christian Petrov, der Kamaleo Invest vertritt, ist seit dem 27. Oktober 2025 Geschäftsführer von Botanica Lozen. Der Preis für die 75% beträgt 6,3 Mio. € und wird in drei Raten gezahlt: eine nicht rückzahlbare Anzahlung von 1,27 Mio. € binnen sieben Geschäftstagen nach Unterzeichnung, 1,00 Mio. € bis 31. Oktober 2026 und 4,03 Mio. € beim Vollzug. Die ersten beiden Zahlungen werden durch ein Darlehen der Botanica Lozen selbst an den Käufer finanziert. Frist für den Vollzug ist der 26. Februar 2027. Arco Vara überträgt zudem fünf ruhende Gesellschaften aus früheren bulgarischen Projekten. Nach dem Vollzug hält Kamaleo Invest 100%, und Arco Vara hat kein Entwicklungsgeschäft mehr in Bulgarien; das freiwerdende Kapital fließt in estnische Projekte, darunter Luther Quarter und Arcojärve. Das Eigenkapital von Botanica Lozen beträgt rund 8,7 Mio. €; laut Arco Vara liegt der Preis nahe am anteiligen Eigenkapital, ein wesentlicher Ergebniseffekt wird nicht erwartet. 2023–2025 erzielte die Gesellschaft keinen Umsatz, 2025 betrug der Nettoverlust 612 Tsd. €. Kamaleo Invest hatte seine 25% im Mai 2026 erworben.
Die in Warschau notierte IT-Gruppe Euvic S.A. aus Gliwice meldete am 29. September 2026 (Ad-hoc-Mitteilung 45/2026) den Abschluss eines Vertrags über den Erwerb von 444 Anteilen an der SOFTIQ sp. z o.o., ebenfalls Gliwice, entsprechend 75,51% des Stammkapitals, zum Gesamtpreis von 60.660 Tsd. PLN. Die Bezahlung erfolgt als Sacheinlage: Die Verkäufer bringen ihre SOFTIQ-Anteile gegen neue Euvic-Aktien aus einer Kapitalerhöhung ein. In der Mitteilung zur Kartellfreigabe (42/2026 vom 16. September) nannte Euvic 2.904.236 neue Aktien. Die Übertragung wird zum 29. September 2026 wirksam; zusammen mit den bereits gehaltenen Anteilen besitzt Euvic nun 100% von SOFTIQ. Der Präsident der polnischen Wettbewerbsbehörde UOKiK hatte den Kontrollerwerb am 16. September 2026 freigegeben. Laut PAP Biznes hielt Euvic bei der Anmeldung im August 144 Anteile bzw. 24,49%. In einer zweiten Mitteilung am selben Abend (46/2026) meldete Euvic den Erwerb von 501 Anteilen bzw. 50,1% an der Vayana sp. z o.o., Warschau, für 6.011 Tsd. PLN — ebenfalls gegen neue Euvic-Aktien, wirksam am selben Tag. Keine der Mitteilungen beschreibt Geschäft, Umsatz oder Gewinn der beiden Gesellschaften. Vier Tage zuvor hatte Euvic Fellowmind Poland gekauft.
Die PRIME Alternatywna Spółka Inwestycyjna S.A. aus Rzeszów meldete am 29. September 2026, mit den drei bisherigen Gesellschaftern der JJB sp. z o.o. aus Stettin einen Vertrag geschlossen und 70 Anteile, also 70% des Kapitals und der Stimmen, für 700.000 PLN erworben zu haben. Die Anteile gingen mit Vertragsschluss auf PRIME über, unabhängig von der Zahlung; die übrigen 30% bleiben bei den bisherigen Gesellschaftern. JJB besitzt eine Lizenz des polnischen Innenministers (Nr. B-062/2023) für den Handel mit Sprengstoffen, Waffen, Munition sowie Gütern und Technologie für Militär oder Polizei, ohne Lagerrecht. Die Zahlung ist aufgeschoben: Sie ist binnen 20 Tagen nach Unterzeichnung fällig, sofern Bedingungen erfüllt sind, darunter die Meldung des Eigentümerwechsels an das Ministerium, der Erhalt der Lizenz im erforderlichen Umfang und die Eintragung im Handelsregister. PRIME finanziert den Kauf aus der laufenden Emission der Aktienserie I. Die Geschäftsführung von JJB bleibt unverändert, und nur JJB darf die Lizenz nutzen. PRIME kann bis zum 120. Tag nach Erwerb der Anteile zurücktreten, etwa wenn die Zahlungsbedingungen bis zum 90. Tag nicht erfüllt sind oder Hindernisse bei der Lizenz auftreten; sind die Bedingungen nach 120 Tagen weiterhin nicht erfüllt, wird der Verkauf aufgelöst, sofern die Frist nicht verlängert wird, und Anteile sowie gezahlte Beträge werden binnen sieben Geschäftstagen zurückübertragen.
Die in Warschau notierte Photon Energy N.V. gab am späten Abend des 25. September 2026 (Ad-hoc-Mitteilung 27/2026) bekannt, einen Vertrag über den Verkauf von acht Photovoltaikanlagen in der Slowakei mit einer installierten Gesamtleistung von 7,581 MWp geschlossen zu haben. Jede Anlage liegt in einer eigenen hundertprozentigen Projektgesellschaft: EcoPlan 2 und 3 in Mokrá Lúka (je 963 kWp), Fotonika (999 kWp), Sun4ZVB und Sun4ZVC in Babiná (je 999 kWp), SK SPV 2 und 3 in Jovice (je 979 kWp) sowie ATS Energy in Blatná (700 kWp). Käufer sind vier Privatpersonen, die das Unternehmen als strategische Investoren in slowakische PV-Anlagen bezeichnet. Die Transaktion ist als Verkauf der Anteile an den Projektgesellschaften zu einem Unternehmenswert von 5,6 Mio. € strukturiert, zahlbar bei Vollzug. 2025 erzielte das Portfolio rund 2,1 Mio. € Umsatz und rund 1,65 Mio. € EBITDA. Zum 30. Juni 2026 bestanden rund 4,1 Mio. € Projektfinanzierung, die in den verkauften Gesellschaften verbleiben. Photon Energy nennt die Gründe: Die Einspeisevergütung läuft 2030 bzw. 2031 aus; bis Ende 2026 sind erhebliche Investitionen fällig, eine Pflicht aus der 2021 beschlossenen Verlängerung des Vergütungszeitraums von 15 auf 20 Jahre; und eine Analyse von 2023 ergab fehlende zusätzliche Netzkapazität sowie starke Einschränkungen bei der Verlängerung der Flächennutzungsrechte, sodass ein Repowering kaum Wert schafft. Laut Unternehmen senkt der Verkauf Konzernschulden, Investitionsbedarf und regulatorisches Risiko und finanziert den geplanten Restrukturierungsprozess. Photon behält 50%-Beteiligungen an drei weiteren slowakischen Anlagen (Myjava, Polianka, Brestovec; 2,85 MWp), deren Projektschulden 2025 vollständig getilgt wurden. Der Vollzug ist noch nicht gemeldet.
Die in Warschau notierte IT-Gruppe Euvic S.A. aus Gliwice meldete am 25. September 2026 (Ad-hoc-Mitteilung 43/2026) die Unterzeichnung eines Vertrags mit der Fellowmind Company AB, Stockholm, über den Erwerb von 100 % der Fellowmind Poland sp. z o.o., Warschau, zum Gesamtpreis von 1.113.300 €, bei Unterzeichnung aus eigenen Mitteln gezahlt. Der Preis umfasst alle 10.988 bestehenden Anteile sowie 1.693 neu geschaffene, noch nicht eingetragene Anteile, die Euvic binnen zehn Werktagen nach Eintragung übernimmt. Zugleich verpflichtete sich Euvic, für eine natürliche Person neue Anteile in Höhe von 49 % des Stammkapitals zu schaffen; Euvic hält danach 51 % von Kapital und Stimmen. In einer zweiten Mitteilung am selben Nachmittag (44/2026) bestätigte Euvic den Erwerb von 100 % und die Schaffung der 49 %. Die Gesellschaft wird in Euvic Business Applications sp. z o.o. umbenannt. Laut Euvic ist sie Microsoft-Partner für Dynamics 365 Finance & Operations (ERP) und Dynamics 365 Customer Engagement (CRM) sowie für KI-, Cloud-, Cybersecurity- und Datenanalyseprojekte, mit Kunden aus Industrie, Handel, FMCG, Automotive, Finanzwesen, öffentlichem Sektor und Gesundheitswesen. Fellowmind, tätig in den Niederlanden und den nordischen Ländern, kündigte eine strategische Partnerschaft mit dem umbenannten Unternehmen an, einschließlich gemeinsamer Managed Services in Polen; die Mitteilung nennt Daniel Olejniczak, seit über 20 Jahren im polnischen Management, als CEO. Die polnische Wirtschaftspresse (WBJ unter Berufung auf Puls Biznesu) berichtet, dass er die 49 % erhält, dass die Gesellschaft früher Bonair hieß und 2025 einen Umsatz von 47,05 Mio. PLN bei einem Nettoverlust von 1,63 Mio. PLN auswies. Diese Zahlen stehen nicht in den Unternehmensmitteilungen.
Am 25. September 2026 stellte die Pivac Holding d.o.o. aus Vrgorac beim kroatischen Zentralverwahrer SKDD nach Artikel 45 des Übernahmegesetzes den Antrag, alle verbleibenden stimmberechtigten Aktien der Minderheitsaktionäre der Kraš d.d. – des an der Zagreber Börse notierten Süßwarenherstellers – auf sich zu übertragen. Der Antrag umfasst 40.007 Aktien bzw. 2,85 %. Die Barabfindung beträgt 130,00 € je Aktie und entspricht dem Preis des Übernahmeangebots von Pivac, das die kroatische Finanzaufsicht Hanfa am 17. Juni 2026 genehmigte und das am 29. Juli 2026 endete; 5.200.910 € für alle Aktien sind bei SKDD hinterlegt. Pivac Holding handelt gemeinsam mit der Kappa Star Limited, Nikosia (Zypern), aufgrund einer Vereinbarung vom 10. Februar 2026. Zusammen halten sie 1.364.545 Aktien – Pivac 861.029, Kappa Star 503.516 – bzw. 97,15 % der Stimmrechtsaktien. Die 95-%-Schwelle wurde erreicht, nachdem der Vorstand von Kraš am 26. August 2026 beschlossen hatte, alle 94.069 eigenen Aktien ohne Kapitalherabsetzung einzuziehen; die Änderung wurde am 14. September ins Handelsregister eingetragen und am 18. September bei SKDD vollzogen, womit die Aktienzahl auf 1.404.552 sank. Der Antrag liegt innerhalb der Dreimonatsfrist nach dem Angebot, die am 29. Oktober 2026 endet. SKDD führt Übertragung und Zahlung durch. Zum Angebotspreis ist Kraš zu 100 % rund 182,6 Mio. € wert.
Die polnische Wettbewerbsbehörde UOKiK hat am 22. September 2026 (Entscheidung DKK-212/2026, am 23. September im Fusionsregister veröffentlicht) den Kontrollerwerb der ACM 2001 AB, Stockholm, über die Centrum Rozwoju Dziecka sp. z o.o. und die Centrum Edukacji Dziecka sp. z o.o., beide mit Sitz in Warschau, freigegeben. ACM 2001 AB ist eine Holdinggesellschaft der AcadeMedia-Gruppe. Laut Anmeldung erbringen beide Gesellschaften vor allem Bildungs- und Betreuungsleistungen in Kindergärten und Krippen in Polen sowie ergänzend Schulungen, Mentoring und Programme für pädagogisches Personal. Centrum Rozwoju Dziecka ist die Betreibergesellschaft der Kette KIDS&Co. Die Anmeldung ging am 13. August 2026 ein. AcadeMedia hatte am 7. August 2026 die Unterzeichnung eines Vertrags über den Erwerb sämtlicher Anteile an KIDS&Co. bekanntgegeben. Laut dieser Mitteilung wurde KIDS&Co. 2006 gegründet, betreibt 34 zweisprachige Kindergärten mit rund 3.000 Plätzen für Kinder von 0 bis 6 Jahren in Polens Großstädten, erzielte 2025 einen Nettoumsatz von rund 99 Mio. PLN bei einem bereinigten EBITA, das AcadeMedia als im Einklang mit seinem Segment Preschool & International beschreibt und eröffnet im September 2026 ihre erste Grundschule in Warschau. Es ist AcadeMedias erste Akquisition in Polen; das Unternehmen beschreibt sie als Plattform für Neueröffnungen und Zukäufe. KIDS&Co.-CEO Piotr Kulikowski wird in der Mitteilung zitiert. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt; der Vollzug ist noch nicht gemeldet.
Am 24. September 2026 gab die Shelly Group SE — ein Hersteller von Smart-Home- und Smart-Building-Geräten mit Sitz in Sofia, seit 2016 an der Bulgarischen Wertpapierbörse und seit 2021 in Frankfurt notiert — den Abschluss einer Investorenvereinbarung mit der SE 2026 A SAS bekannt, einer 100%igen Tochter der Schneider Electric SE. Die Vereinbarung legt fest, unter welchen Bedingungen Shelly ein beabsichtigtes freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien zu 70,00 € in bar je Aktie unterstützen würde. Schneider Electric beziffert den Transaktionswert auf rund 1,2 Mrd. €. Der Preis liegt 27% über dem unbeeinflussten Referenzpreis von 55,2 € — dem sechsmonatigen volumengewichteten Durchschnitt zum 28. Juli 2026, dem letzten Handelstag vor Marktgerüchten über die Transaktion — und 22% über dem Referenzpreis von 57,5 € am 23. September. Die beiden Gründer halten zusammen rund 57%. Co-CEO Dimitar Dimitrov (rund 29%) hat sich verpflichtet, seine Aktien anzudienen und einen Teil des Erlöses für mindestens drei Jahre gemeinsam mit Schneider Electric zu reinvestieren; er soll gemeinsam mit Wolfgang Kirsch Co-CEO bleiben. Mitgründer Svetlin Todorov (rund 28%, direkt und über die Salisto Holdings) hat dem Verkauf in zwei Tranchen zugestimmt: zunächst ein nicht beherrschendes Paket von 5%, danach rund 23% nach fusionskontrollrechtlicher Freigabe. Beide Erwerbe entfallen, wenn das Angebot scheitert. Das Angebot wird eine Mindestannahmeschwelle von 95% haben; danach will Schneider Electric die übrigen Aktionäre per Squeeze-out abfinden und ein Delisting anstreben. Ein Angebot ist noch nicht registriert oder veröffentlicht: Es wird bei der bulgarischen Finanzaufsichtskommission eingereicht, deren Freigabe Ende November oder Anfang Dezember 2026 erwartet wird; der Vollzug wird bis zum ersten Quartal 2027 erwartet. Laut Vereinbarung beabsichtigt Schneider Electric, den Hauptsitz von Shelly in Bulgarien sowie die bestehende Organisation und Belegschaft für mindestens drei Jahre nach Vollzug zu erhalten. Der Verwaltungsrat von Shelly ist vorläufig der Ansicht, dass ein Angebot zu diesem Preis im Interesse der Gesellschaft läge.
Der lettische Wettbewerbsrat entschied am 17. September 2026 — veröffentlicht am 24. September —, der AIBE pārtika SIA den Erwerb bestimmenden Einflusses über die SIA LAUMIŅA 1 zu gestatten. LAUMIŅA 1 verkauft Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs in der Stadt Viļāni, wo ihre Märkte unter den Namen Minūtīte, Dālderis und Big firmieren. AIBE ist ein Lebensmitteleinzelhändler; laut der Mitteilung des Rates zum Eingang der Anmeldung betreibt AIBE selbst 22 Märkte in Lettland, zudem arbeiten unabhängige Einzelhändler im AIBE-Netz. Das Modell des Netzes beruht auf der Zusammenarbeit der Händler, einschließlich zentralem Einkauf sowie Logistik-, Werbe- und Marketingleistungen. Die Anmeldung ging am 21. August 2026 ein. Der Rat prüfte den Lebensmitteleinzelhandel im lokalen Gebiet um Viļāni — mit Märkten unterschiedlicher Größe und unterschiedlich abgegrenzten Einzugsgebieten — sowie den vertikal verbundenen Beschaffungsmarkt für Güter des täglichen Bedarfs in Lettland. In keiner Prüfung ergaben sich Bedenken; die genauen Marktabgrenzungen blieben offen. Laut Anmeldung will AIBE die Märkte Minūtīte, Dālderis und Big ohne wesentliche Änderungen an Geschäftsmodell, Sortiment, Arbeitsorganisation und Mitarbeiterzahl weiterführen. Angaben zu Kaufpreis oder Finanzkennzahlen enthalten die Mitteilungen nicht; ob die Transaktion vollzogen ist, wird nicht angegeben.
Die estnische Wettbewerbsbehörde (Konkurentsiamet) erhielt am 22. September 2026 eine Fusionsanmeldung und veröffentlichte sie am 23. September: Aktsiaselts Merko Ehitus Eesti beabsichtigt, die Kontrolle über OÜ Väo Paas zu erwerben. Laut der bei der Behörde eingereichten Zusammenfassung ohne Geschäftsgeheimnisse haben Merko Ehitus Eesti als Käufer und die Matthäi Stahlbau Holding GmbH als Verkäufer einen Vertrag über den Verkauf von 100 % an Väo Paas unterzeichnet. Der Vollzug soll nach Erfüllung der vertraglichen Bedingungen erfolgen, darunter die unbedingte Freigabe durch die Behörde; die Transaktion ist nicht vollzogen. Väo Paas produziert und verkauft Kalksteinschotter sowie Betonbruch und Kalksteinsand. Das Unternehmen betreibt Steinbrüche in Väo (Kreis Harju) und Koigi (Kreis Järva); die Produkte werden vor allem im Straßenbau, als Zuschlag für Asphalt und Beton sowie als Füllmaterial eingesetzt. Merko Ehitus Eesti errichtet Wohn- und Nichtwohngebäude sowie Infrastruktur und gehört zur an der Nasdaq Tallinn notierten Merko-Ehitus-Gruppe, die in Estland, Lettland und Litauen baut und Immobilien entwickelt. Zur Gruppe gehören bereits OÜ Merko Kaevandused, die Baurohstoffe abbaut und Gesteinskörnungen herstellt, und Tallinna Teede AS, die Straßenunterhaltung betreibt und Asphaltmischgut produziert. Erklärtes Ziel ist es, die Kapazitäten von Merko Ehitus Eesti bei Gesteinskörnungen zu stärken: Hinzu kommen die Abbautechnik und das Know-how von Väo Paas sowie Synergien durch effizientere Nutzung der Ressourcen beider Unternehmen. Laut den Parteien gibt es keine betroffenen Märkte. Stellungnahmen können binnen sieben Kalendertagen eingereicht werden. Kaufpreis, Umsatz oder Mitarbeiterzahl enthält die Anmeldung nicht.
Am 23. September 2026 veröffentlichte die AB Novaturas — der in Kaunas ansässige Reiseveranstalter, notiert an der Nasdaq Vilnius und der Warschauer Börse — den Bericht ihres Aktionärs Neşet Koçkar über die Durchführung seines nicht konkurrierenden Pflichtangebots. Das Angebot lief vom 7. bis 21. September 2026 auf Grundlage des Beschlusses Nr. 2026/441-100 der Bank von Litauen zur Genehmigung der Angebotsunterlage. Es umfasste 6.279.499 Stammaktien bzw. 34,69 % des Kapitals und der Stimmrechte. Koçkar erwarb 3.153.045 Aktien bzw. 17,42 % des Kapitals und der Stimmrechte. Am selben Tag veröffentlichte die Gesellschaft seine Mitteilung, dass er infolge des Angebots die Schwelle von 75 % überschritten hat: Er hält nun direkt 14.974.665 Aktien bzw. 82,73 % der Stimmrechte. Der Bericht vermerkt, dass die Gesellschaft Vereinbarungen über die Übertragung eigener Aktien an Mitarbeiter zur Ausübung von Optionen geschlossen hat und der Bieter nicht weiß, in welchem Umfang diese umgesetzt sind — der Stimmrechtsanteil kann sich also mit der Zahl eigener Aktien leicht verschieben. Der in der Angebotsunterlage festgelegte Preis betrug 0,877 EUR je Aktie; zu diesem Preis entsprechen die angedienten Aktien rund 2,77 Mio. EUR (unsere Berechnung; der Bericht nennt keinen Betrag). Vorstandschef der Gesellschaft ist Aleksejs Kriščuks.
Die OneMed OÜ unterzeichnete am 21. September 2026 einen Vertrag über den Erwerb von 100 % der TERESA OÜ von QKK OÜ, ESTLIFT OÜ, Citius Invest OÜ und OÜ Seitse Samuraid; der Zusammenschluss wurde der estnischen Wettbewerbsbehörde am 22. September angemeldet, die Freigabe steht aus. OneMed ist ein estnischer Groß- und Einzelhändler für Medizinprodukte und -bedarf und beliefert Krankenhäuser, Privatkliniken, Pflegeheime, Hausärzte, Zahnärzte und Patienten; das Sortiment umfasst über 3.000 Produkte sowie die Eigenmarken evercare, SELEFA und Embra. Mittelbar wird OneMed von der Asker Healthcare Group AB kontrolliert, deren Gesellschaften europaweit Medizinbedarf vertreiben. TERESA ist seit 2008 im Einzel- und Großhandel mit Medizinprodukten in Estland tätig, betreibt landesweit Hilfsmittelzentren und beliefert Pflegeeinrichtungen und Pflegekrankenhäuser mit Mobilitäts- und Pflegehilfen. Die Anmeldung hält fest, dass die Verkäufer TERESA einem strategischen Eigentümer mit Branchenkenntnis und Ressourcen für die weitere Entwicklung übergeben wollen; betroffener Markt ist der Einzelhandel mit Medizinbedarf in Estland.
Die rumänische Wettbewerbsbehörde gab am 22. September 2026 bekannt, dass sie zwei Transaktionen prüft, mit denen Syclef Holding SAS Beteiligungen an vier in Rumänien im Bereich Kältesysteme und -anlagen tätigen Unternehmen erwerben will. Freigegeben ist keine von beiden: Die Behörde führt aus, dass beide Vorgänge nach dem Wettbewerbsgesetz Nr. 21/1996 ihrer Genehmigung bedürfen, dass sie deren Vereinbarkeit mit einem normalen Wettbewerbsumfeld prüfen und innerhalb der gesetzlichen Fristen entscheiden wird, und dass Stellungnahmen binnen 20 Tagen nach der Bekanntmachung eingereicht werden können. Im ersten Vorgang erwirbt Syclef eine Beteiligung am Stammkapital von Unicool Instalații Frig SRL und Acsa Coolteam SRL. Danach wird Syclef Holding SAS über Syclef Romania SRL die Kontrolle über beide Gesellschaften halten, während Mihai-Călin-Nicolae Bara, Ioan-Cristian Popa und Horia-Sorin Stoica über Frigoholding SRL Minderheitsbeteiligungen halten werden. Unicool Instalații Frig vertreibt gewerbliche Kälteanlagen und liefert zudem industrielle Kältelösungen für Fabriken, Lager und andere komplexe Anwendungen samt Montage, Installation, Service und Wartung sowie integrierten HLK-Lösungen; Acsa Coolteam vertreibt gewerbliche Kälteanlagen. Im zweiten Vorgang erwirbt Syclef eine Beteiligung an Horeco Impex SRL und Frigoclima SRL, Gesellschaften, die derzeit ausschließlich von der Familie Niculescu gehalten werden. Danach wird Syclef Holding SAS über Syclef Romania SRL 80% der beiden Gesellschaften halten, und die Familie Niculescu behält über Horeco Holding Roinvest SRL die verbleibenden 20%. Horeco Impex bietet integrierte industrielle Kältelösungen einschließlich Planung, Engineering, Projektmanagement, Montage, Inbetriebnahme, Automatisierung, Wartung und After-Sales-Service; Frigoclima erbringt vor allem Montage- und zugehörige technische Leistungen als Subunternehmer von Horeco Impex. Syclef Holding SAS plant, installiert und wartet mittlere und große Kältesysteme und -anlagen, darunter industrielle Kältetechnik für Logistikplattformen, Lager und die Lebensmittelindustrie sowie gewerbliche Kältetechnik für Supermärkte und Nahversorger. Syclef Romania SRL ist eine Investmentgesellschaft. Angaben zu Preis, Umsatz oder Mitarbeiterzahl enthält die Mitteilung nicht.
Die rumänische Wettbewerbsbehörde gab am 21. September 2026 bekannt, dass sie die Transaktion freigegeben hat, mit der Dr.Max SRL die Kontrolle über den Geschäftsbetrieb von 18 Apotheken übernimmt, die zuvor von der Gruppe Marcos Provit betrieben wurden. Die Formulierung der Behörde verdient Genauigkeit: Gegenstand ist die Tätigkeit der 18 Apotheken, nicht die Gruppe Marcos Provit selbst. Die Apotheken sind in den Kreisen Sibiu, Vrancea, Galați, Brașov und Ilfov tätig. Dr.Max SRL ist im Einzelhandel mit pharmazeutischen und parapharmazeutischen Produkten tätig und gehört zu der von Penta Investments Limited kontrollierten Gruppe, einer auf langfristige Beteiligungen spezialisierten Investmentgruppe; in Rumänien ist Penta vor allem im Pharmasektor und im Glücksspiel aktiv. Die Wettbewerbsbehörde stellte fest, dass der Vorgang keine erheblichen Hindernisse für einen wirksamen Wettbewerb auf dem rumänischen Markt oder einem wesentlichen Teil davon aufwirft und dass keine ernsthaften Zweifel an seiner Vereinbarkeit mit einem normalen Wettbewerbsumfeld bestehen. Die Entscheidung wird nach Entfernung vertraulicher Angaben auf der Website der Behörde veröffentlicht. Angaben zu Preis, Umsatz oder Mitarbeiterzahl enthält die Mitteilung nicht.
Die slowakische Kartellbehörde eröffnete am 15. September 2026 ein Verfahren zu einem Zusammenschluss, mit dem die Accura III GmbH aus Köln die alleinige Kontrolle über die Becker Stahl-Service GmbH aus Düsseldorf und damit über deren Tochtergesellschaften der Becker Group erwirbt; beide Unternehmen sind deutsch. Die Behörde führt die betroffene Tätigkeit unter Herstellung von Stahlrohren, Rohrleitungen, Hohlprofilen und zugehörigen Formstücken. Die Mitteilung betrifft die Verfahrenseröffnung, nicht eine Entscheidung. Dritte — natürliche wie juristische Personen — können Stellungnahmen, Einwände und Informationen zu angemeldeten Zusammenschlüssen einreichen; die Behörde bittet darum, dies rasch nach der Veröffentlichung zu tun, damit sie diese angesichts der gesetzlichen Fristen in der ersten Prüfphase berücksichtigen kann. Angaben zu Kaufpreis oder Umsatz enthält die Mitteilung nicht.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS gab am 16. September 2026 den Eigentümerwechsel bei der Bäckereigruppe PAC Hořovice frei, die von der Pecivál s.r.o. gekauft wird. Gegenstand der Transaktion sind konkret die PAC Hořovice s.r.o. und die Pekárna-cukrárna Hořovice s.r.o. Pecivál wird von der Buca Capital s.r.o. kontrolliert und gehört zu einer Unternehmensgruppe, deren für diese Prüfung maßgebliche Haupttätigkeit die Herstellung sowie der Groß- und Einzelhandel mit Back- und Konditoreiwaren ist — frisches Brot, Brötchen und weiteres Gebäck, vorgebackene und tiefgekühlte Backwaren, frische Süßbackwaren, haltbare süße und herzhafte Backwaren — sowie über die Pekárna Srnín s.r.o. die Herstellung und der Großhandel mit Mühlenerzeugnissen, Back- und Spezialmehlen und Futtermittelrohstoffen. Auch PAC Hořovice ist in Herstellung und Vertrieb von Back- und Konditoreiwaren tätig, während die Pekárna-cukrárna Hořovice Immobilien hält, die an Gruppengesellschaften vermietet werden, und die Mühle MLÝN ČISTÁ, spol. s r.o. kontrolliert. Der Fall wurde im vereinfachten Verfahren behandelt, die Entscheidung ist bestandskräftig.
Der lettische Wettbewerbsrat entschied am 10. September 2026 — veröffentlicht am 16. September —, der SIA VITA mārkets die Übernahme der Nutzungsrechte an Einzelhandelsflächen in der Siguldas šoseja 8 in Berģi zu gestatten, wo zuvor die SIA SKAI BALTIJA einen Markt unter der Marke SKY betrieb. Erworben werden die Mietrechte an den Räumen, nicht ein Unternehmen. VITA mārkets betreibt Märkte unter der Marke ELVI mit überwiegend Waren des täglichen Bedarfs und will die übernommene Fläche in einen ELVI-Markt umwandeln und dort weiterhin Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Der Rat kam zu dem Schluss, dass der Erwerb die Marktstruktur nicht wesentlich verändert und den Wettbewerb auf keinem der Einzelhandels- und Großhandelsmärkte schwächt, auf denen die Beteiligten tätig sind. Angaben zu Kaufpreis oder Finanzkennzahlen enthält die Mitteilung nicht.
Die estnische Wettbewerbsbehörde gab am 15. September 2026 den Zusammenschluss frei, mit dem die Greenergy Data Centers OÜ, die UG Investments OÜ, die Eye Tracking OÜ und die OveCap OÜ die gemeinsame Kontrolle über die MCF Group Estonia OÜ erwerben. Die Entscheidung zeichnet eine Kette von Verträgen nach: Am 22. Juni 2026 schlossen Tensor Genesis OÜ, Greenergy Data Centers, MCF Group Estonia und Tensor Aurora OÜ einen Investitionsvertrag, am selben Tag vereinbarten Greenergy Data Centers, Tensor Genesis und MCF Group Estonia eine Gesellschaftervereinbarung, aufgrund derer Greenergy Data Centers, Eye Tracking und OveCap bereits vor diesem Zusammenschluss gemeinsame Kontrolle ausübten. Am 30. Juni und 11. August folgten weitere Investitions- und Gesellschaftervereinbarungen zwischen Tensor Aurora, UG Investments und Tensor Genesis. Sobald UG Investments ihr Wandeldarlehen in einen Anteil an Tensor Genesis umwandelt und dieser im Handelsregister eingetragen ist, kann auch UG Investments strategische Entscheidungen der MCF Group Estonia wesentlich beeinflussen. Die Anmeldung erfolgte am 28. August 2026; Stellungnahmen oder Einwände gingen nicht ein.
Der rumänische Wettbewerbsrat gab am 15. September 2026 bekannt, die Transaktion genehmigt zu haben, mit der Islambay Suleyman die Sterk Plast S.R.L. übernehmen will. Islambay Suleyman ist eine natürliche Person, die vor dieser Transaktion bereits eine Beteiligung an Sterk Plast hielt. Er hält zudem Anteile an der Ecofriend Recycling S.R.L., die in Sammlung, Recycling und Verwertung von Kunststoffabfällen sowie in der Lieferung recycelter und regranulierter Rohstoffe tätig ist. Sterk Plast stellt Kunststoffartikel überwiegend für den Haushalts- und Hausgebrauch her und vertreibt sie. Nach seiner Prüfung stellte der Rat fest, dass die Operation keine erheblichen Hindernisse für wirksamen Wettbewerb auf dem rumänischen Markt oder einem wesentlichen Teil davon schafft und keine ernsthaften Zweifel an der Vereinbarkeit mit einem normalen Wettbewerbsumfeld bestehen. Angaben zu Kaufpreis oder Finanzkennzahlen enthält die Mitteilung nicht.
Die slowakische Kartellbehörde genehmigte am 7. September 2026 unter Auflagen den Zusammenschluss, mit dem die AGEL SK a.s. aus Bratislava die alleinige Kontrolle über die Všeobecná nemocnica s poliklinikou, n.o., Lučenec erwirbt; die Mitteilung erschien am 14. September. Dem Verfahren gingen umfangreiche Vorabkontakte voraus, in denen der Umfang der erforderlichen Informationen erörtert, eine Marktbefragung durchgeführt — einschließlich der Stellungnahmen von Krankenkassen und Krankenhäusern — und nach vorläufiger Ermittlung der Wettbewerbsbedenken auch der Entwurf der Auflagen konsultiert wurde. Die AGEL-Gruppe ist in der Slowakei in stationärer und ambulanter Versorgung, in Diagnostik- und Behandlungseinheiten, im Apothekenwesen, im Krankentransport und in der Arbeitsmedizin tätig; das Krankenhaus Lučenec erbringt stationäre, ambulante, diagnostische und Transportleistungen. Die Behörde prüfte die Überschneidungen vor allem im Selbstverwaltungsbezirk Banská Bystrica, einschließlich der Stellung der Gruppe gegenüber dem medizinischen Personal, ihrer Beziehungen auf Lieferanten- und Abnehmermärkten sowie ihrer Verhandlungsmacht gegenüber Krankenkassen.
Am 14. September 2026 teilte die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS mit, sie habe im vereinfachten Verfahren zwei Immobilientransaktionen freigegeben; beide Entscheidungen sind bestandskräftig und keine begründet Bedenken wegen einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung. Im ersten Fall treten neue Investoren in das Projekt Savarin im Prager Zentrum ein: Die Savarin JV, die den Innenhofblock am gleichnamigen Barockpalais nahe dem Wenzelsplatz umfassend umbaut, soll künftig von der Savarin HoldCo, s.r.o. und der JPTR s.r.o. kontrolliert werden, deren Gesellschafter J&T RFI VIII., s.r.o. und PERRARUS HOLDING a.s. neu hinzukommen. Im zweiten Fall kauft die Trinity Bank von der österreichischen CA Immo fünf Prager Bürogebäude unter dem Namen Riverside Karlín; geprüft wurde der Eigentümerwechsel bei RCP Alfa, RCP Amazon, RCP Beta, RCP Delta, RCP Gama, RCP ISC und CA Immo Real Estate Management Czech Republic, die überwiegend Büro- und in geringerem Umfang Einzelhandels-, Park- und Lagerflächen vermieten. Die ÚOHS stellte zudem fest, dass das Gemeinschaftsunternehmen NJE Development von RSJ Estate SICAV und RPP Holding, verbunden mit dem Projekt Na Jelenách in Prag-Chodov, keiner Freigabe bedarf, da die Umsatzschwellen nicht erreicht werden.
Am 11. September 2026 teilte die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS mit, sie habe der türkischen Pegasus-Gruppe die Übernahme der České aerolinie a.s. und damit auch der Fluggesellschaft Smartwings gestattet. Die Freigabe ist an Zusagen geknüpft, die das türkische Unternehmen selbst vorgeschlagen hat; im Kern geht es um die Abgabe eines Teils der Sommerslots auf der Linienstrecke Prag–Antalya an eine andere Fluggesellschaft. Die ÚOHS weist darauf hin, dass die Entscheidung Ende August ergangen, aber noch nicht bestandskräftig ist, da die Rechtsmittelfrist nicht abgelaufen ist. Die Behörde prüfte den Fall seit Mai. Das Wettbewerbsproblem sah sie in der Überschneidung im Linien-Direktverkehr Prag–Antalya in der Sommersaison, wo das zusammengeschlossene Unternehmen einen sehr hohen Marktanteil mit deutlichem Abstand zu den Wettbewerbern erreicht hätte und — anders als zunächst erwartet — keine weiteren Anbieter in die Strecke eingetreten waren. Zweck der strukturellen Zusage sei es, potenziellen Wettbewerbern rasch Zugang zu Flughafenslots zu verschaffen.
Der rumänische Wettbewerbsrat gab am 11. September 2026 bekannt, die Transaktion genehmigt zu haben, mit der die SNGN Romgaz S.A. bestimmte Vermögenswerte von der Azomureș S.A. übernimmt. Die Mitteilung benennt den Gegenstand genau: die in der Produktion von Chemiedüngern und Industrieprodukten eingesetzten Vermögenswerte samt den Verträgen und den Beschäftigten, die zur Fortführung der übernommenen Tätigkeit erforderlich sind. In ihrer Prüfung berücksichtigte die Behörde auch die Darlegungen von Romgaz dazu, wie die übernommene Tätigkeit organisiert und geführt wird, damit sie zu Marktbedingungen und im Einklang mit Wettbewerbs- und Beihilferecht arbeitet. Die SNGN Romgaz S.A. ist Rumäniens wichtigster Erdgasproduzent; die Gruppe exploriert, fördert und vertreibt Erdgas, betreibt Untertagespeicher, erzeugt Strom und erbringt Nebenleistungen im Gassektor. Die Azomureș S.A., Teil der Ameropa-Gruppe, ist auf Herstellung und Vertrieb von Stickstoffdüngern spezialisiert. Die Entscheidung wird nach Entfernung vertraulicher Angaben veröffentlicht. Angaben zu Kaufpreis, Umsatz oder Beschäftigtenzahl enthält die Mitteilung nicht.
Die slowakische Kartellbehörde eröffnete am 10. September 2026 ein Verfahren zu einem Zusammenschluss, mit dem die Madison Air Solutions Corporation aus Chicago mittelbar die alleinige Kontrolle über die ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KGaA & Co. KG, die Elektrobau Mulfingen GmbH & Co. KGaA, die ebm-papst Verwaltungs GmbH und die ebm-papst Finanzierungsgesellschaft mbH — alle in Mulfingen, Deutschland — erwirbt. Die Mitteilung erschien am 11. September. Die Behörde führt die betroffenen Tätigkeiten unter Großhandel mit sonstigen Maschinen und Ausrüstungen sowie Herstellung elektrischer Haushaltsgeräte. Es handelt sich um eine Anmeldung, nicht um eine Freigabe: Dritte, natürliche wie juristische Personen, können Stellungnahmen, Einwände und Informationen zu angemeldeten Zusammenschlüssen einreichen; die Behörde bittet darum, dies möglichst rasch nach der Veröffentlichung zu tun, damit sie diese in der ersten Prüfphase berücksichtigen kann.
Die estnische Wettbewerbsbehörde erteilte am 10. September 2026 die Freigabe für den Erwerb von 100 % der Fortaco Estonia OÜ, der Fortaco sp. z o.o. und der Fortaco JL sp. z o.o. in Polen sowie eines Betriebsteils der Fortaco Finland Oy durch die HANZA AB. Der Kaufvertrag wurde am 15. Juli 2026 unterzeichnet, die Anmeldung erfolgte am 19. August. Die HANZA AB ist im Main Market der Nasdaq Stockholm notiert; die größten Aktionäre halten zwischen 9 % und 16,8 %, und die Behörde hält fest, dass kein Aktionär das Unternehmen kontrolliert. HANZA bietet komplette Fertigungslösungen in Mechanik, Elektronik und Verkabelung, darunter Blech- und Schwermetallbearbeitung, mechanische Bearbeitung, Elektronikfertigung und Montagedienstleistungen. Für die Prüfung holte die Behörde Auskünfte bei zwölf in Estland tätigen Wettbewerbern ein, unter ihnen Inission Tallinn, Scanfil, Saku Metall Allhanke Tehas, Stera Technologies und AQ Lasertool. Angaben zu Kaufpreis oder Umsatz enthält die Entscheidung nicht.
Am 7. September 2026 unterzeichnete die OÜ Infortar Agro mit der UAB Cedus Invest sowie den Privatpersonen Gintaras Kateiva und Adomas Grigaitis einen Anteilskaufvertrag über 100 % der UAB Litagra. Der Zusammenschluss wurde der estnischen Wettbewerbsbehörde am 9. September 2026 angemeldet; die Freigabe steht aus. Litagra ist eine litauische Holding, deren Tochtergesellschaften im Pflanzenbau, in der Milchvieh- und Geflügelhaltung sowie in der Herstellung und im Vertrieb von Futtermitteln tätig sind; in Estland ist sie nur am Rande präsent, über Futtermittel und Futterzusätze. Infortar Agro kontrolliert bereits die Milch- und Ackerbaubetriebe OÜ Halinga und Estonia Farmid OÜ sowie Biomethanerzeuger. Sie gehört zur AS Infortar, der an der Nasdaq Tallinn notierten Investmentgesellschaft, zu deren Beteiligungen auch die Fährreederei AS Tallink Grupp zählt. Die Anmeldung nennt das Motiv der Verkäufer ausdrücklich: Sie wollten aus ihrem Investment in Litagra aussteigen, während Infortar darin die Gelegenheit sieht, das Agrargeschäft auf weitere Länder auszudehnen. Ein Kaufpreis wird im Dokument nicht genannt.
Am 9. September 2026 teilte die tschechische Wettbewerbsbehörde ÚOHS mit, sie habe den Zusammenschluss der EUC a.s. und der PHF Rehabilitace s.r.o. freigegeben, die beide in Rehabilitationsleistungen tätig sind; die erstinstanzliche Entscheidung ist bereits bestandskräftig. Über ihre Tochtergesellschaften betreibt EUC in Tschechien ein Netz von 17 Polikliniken und Kliniken mit breitem ambulantem Leistungsspektrum, einschließlich Rehabilitation und Physiotherapie. PHF Rehabilitace erbringt ambulante Reha-, Physiotherapie- und Anschlussbehandlungsleistungen in 19 Kliniken der Marke OK Rehabilitace in Prag, Brünn, Bohumín, Český Těšín, Havířov, Hodonín, Orlová, Ostrava, Rokycany, Ústí nad Labem und Zlín; das Unternehmen gehörte bislang dem Investmentfonds Potysz health. Die Behörde konzentrierte sich auf Prag, Ústí nad Labem, Brünn und Zlín, wo beide Unternehmen tätig sind, und kam zu dem Schluss, dass der gemeinsame Anteil in keinem dieser lokalen Märkte 10 % übersteigt und starker Wettbewerb fortbesteht.
Die slowakische Kartellbehörde genehmigte am 7. September 2026 einen Zusammenschluss, mit dem die EIF, a.s. aus Bratislava und die HBz., a.s. aus Prievidza die gemeinsame Kontrolle über die Unternehmen TeHo Bardejov, s.r.o. und BARDENERGY, s.r.o. aus Bardejov sowie TeHo Topoľčany, s.r.o. und TOMA, s. r. o. aus Topoľčany erwerben, und zwar über die TEHO INVEST, a.s. aus Bratislava. Nach Prüfung kam die Behörde zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss keine Bedenken wegen einer Wettbewerbsverzerrung begründet. Die Entscheidung wurde am 9. September 2026 bestandskräftig. Angaben zu Kaufpreis, Umsatz oder Beschäftigtenzahl enthält die Mitteilung nicht.
Der rumänische Wettbewerbsrat gab am 8. September 2026 bekannt, die Transaktion genehmigt zu haben, mit der Cristian Erbașu und Vlad-Francisc Iman die Vici Evolution S.R.L. übernehmen wollen. Cristian Erbașu ist einer der Gesellschafter der Erbașu-Gruppe, die vor allem im Bau und in der Infrastruktur tätig ist — Hoch- und Industriebau, Straßen- und kommunale Infrastruktur, Planungs- und Architekturleistungen — und daneben in Projektentwicklung, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft, Gastgewerbe, IT und Beratung sowie in Gewinnung und Lieferung von Baustoffen. Vlad-Francisc Iman ist einer der Gesellschafter und Vertreter der Iman-Gruppe, die hauptsächlich in medizinischer Infrastruktur und im Bauwesen arbeitet und Planung, Projektierung und Ausführung für Krankenhausprojekte und andere medizinische Einrichtungen anbietet. Vici Evolution liefert Medizintechnik und integrierte Lösungen für den Gesundheitssektor: bildgebende Geräte, Labor- und Intensivtechnik, Patientenüberwachung und -versorgung, Medizinmobiliar und Verbrauchsmaterial. Der Rat stellte fest, dass die Operation keine erheblichen Hindernisse für wirksamen Wettbewerb schafft.
Der rumänische Wettbewerbsrat teilte am 7. September 2026 mit, er prüfe die Transaktion, mit der die österreichische Strabag Property and Facility Services GmbH die Brenneka Install S.R.L. und die Samivo Instal S.R.L. übernehmen will. Die Strabag Property and Facility Services ist im Management technischer und infrastruktureller Anlagen sowie in Industriedienstleistungen tätig und gehört zur Strabag-Gruppe, die im Bau und in der Infrastruktur arbeitet; in Rumänien ist die Gruppe in Verkehrsinfrastruktur, Hochbau, Tiefbau sowie Umwelt- und Energieprojekten präsent. Brenneka Install und Samivo Instal sind auf Planung und Ausführung technischer Gebäudeinstallationen spezialisiert — Sanitär, Heizung, Lüftung und Klimatechnik, Elektroanlagen, Automation und Brandschutz — sowie auf äußere Versorgungsnetze, und erbringen zugehörige Ingenieur- und technische Unterstützungsleistungen. Nach dem Wettbewerbsgesetz Nr. 21/1996 bedarf die Operation der Genehmigung des Rates, der ihre Vereinbarkeit mit einem normalen Wettbewerbsumfeld prüft und innerhalb der gesetzlichen Fristen entscheidet.
Die estnische Wettbewerbsbehörde veröffentlichte am 7. September 2026 die Bekanntmachung ihrer Entscheidung vom 4. September 2026, Nr. 5-5/2026-027, mit der 3S Verde Holdings OÜ und OÜ VINTSELLE die gemeinsame Kontrolle über die Bioforce Group OÜ erwerben dürfen. Nach der veröffentlichten Zusammenfassung ohne Geschäftsgeheimnisse schlossen Verde und Bioforce am 4. August 2026 eine Investitionsvereinbarung, nach der Verde neu ausgegebene Anteile in Höhe von 28,50 % des Stammkapitals von Bioforce zeichnet. VINTSELLE, zuvor größter Gesellschafter mit 39 %, hält nach der Transaktion 27,88 %. Zusammen mit der Investitionsvereinbarung unterzeichneten die Gesellschafter eine Gesellschaftervereinbarung; die daraus folgenden Rechte stellen Bioforce unter die gemeinsame Kontrolle von Verde und VINTSELLE. Verde ist eine eigens für diese Transaktion gegründete Zweckgesellschaft ohne eigene Geschäftstätigkeit; sie steht unter der alleinigen Kontrolle von Three Seas Holdings No.2 und letztlich des Three Seas Initiative Investment Fund S.A. SICAV-RAIF, eines luxemburgischen reservierten alternativen Investmentfonds für kritische Infrastruktur in der Drei-Meere-Region — Verkehr, Energie und digitale Infrastruktur. Die vom Fonds kontrollierten Unternehmen sind im Betrieb von Rechenzentren, in der (erneuerbaren) Stromerzeugung, in der Vermietung von Schienenfahrzeugen und im Hafenbetrieb tätig. VINTSELLE ist ein estnisches Unternehmen der Immobilienentwicklung und -verwaltung mit zehn Tochtergesellschaften derselben Tätigkeit. Bioforce verarbeitet Biomasse, einschließlich tierischer Nebenprodukte, zu Biomethan und deckt die gesamte Kette von der Rohstoffbeschaffung über die Biogaserzeugung bis zur Aufbereitung ab; der nährstoffreiche Gärrest geht in die Landwirtschaft zurück. Zudem plant, baut, betreibt und wartet das Unternehmen Biomethananlagen und CNG-Tankstellen. Zur Gruppe gehören Bioforce OÜ und Bioforce Infra OÜ, Bioforce Services OÜ, Bioforce Production OÜ mit den Gesellschaften Aravete, Ebavere, Laatre, Viiratsi, CO2 und Projekt, Sürgavere Põllumajanduse OÜ, Biomethane Services SIA, Bioforce Vainode SIA, Bioforce Polska sp. z o.o. und Bioforce Fuels OÜ. Betroffene Märkte stellte die Behörde nicht fest: In Estland bestehen zwischen den Beteiligten weder horizontale Überschneidungen noch vertikale Verbindungen. Den Anlass nennt die Zusammenfassung unmissverständlich — die Gesellschafter von Bioforce wollten zusätzliches Kapital für die weitere Entwicklung des Unternehmens aufnehmen. Einen Preis nennen die Unterlagen der Behörde nicht.
In einer auf September 2026 datierten und am 4. September veröffentlichten Pressemitteilung teilte der rumänische Wettbewerbsrat mit, dass er die Transaktion prüft, mit der die italienische Officine Maccaferri S.p.A. die italienische Iterchimica S.p.A. samt ihren Tochtergesellschaften einschließlich der Iterchimica Romania S.R.L. übernehmen will. Die Behörde beschreibt Officine Maccaferri als Anbieter von Produkten und technischen Lösungen für die Bereiche Geotechnik, Wasserbau, Umwelt und zivile Infrastruktur; in Rumänien ist das Unternehmen über die Maccaferri Romania S.R.L. präsent, die vor allem Produkte für ingenieurtechnische Anwendungen liefert, darunter Geokunststoffe, Erzeugnisse aus doppelt gedrehtem Drahtgeflecht, Produkte zum Steinschlagschutz und Produkte für Abfallbehandlungsanlagen sowie bestimmte Ingenieur- und Montageleistungen. Iterchimica ist nach der Darstellung auf Herstellung und Lieferung von Additiven zur Modifizierung der im Straßenbau verwendeten Asphaltmischungen spezialisiert; in Rumänien ist die Gruppe über die Iterchimica Romania S.R.L. präsent, die Leistungen ausschließlich für Iterchimica erbringt und ausschließlich an diese verkauft. Nach dem Wettbewerbsgesetz Nr. 21/1996 bedarf der Vorgang der Genehmigung durch den Wettbewerbsrat, der die Vereinbarkeit mit einem normalen Wettbewerbsumfeld prüfen und innerhalb der gesetzlichen Fristen entscheiden wird. Stellungnahmen können binnen 20 Tagen nach der Bekanntmachung eingereicht werden. Die Transaktion ist nicht freigegeben, ein Vollzug wurde nicht mitgeteilt; die Mitteilung der Behörde nennt weder Preis noch Umsatz- oder Beschäftigtenzahlen.
Am 4. September 2026 veröffentlichte der Vorstand der AB Novaturas — des in Kaunas ansässigen, an der Nasdaq Vilnius und an der Warschauer Börse notierten Reiseveranstalters — seine Stellungnahme zu dem von seinem Aktionär Herrn Neşet Koçkar abgegebenen nicht-konkurrierenden Pflichtangebot. Die Pflicht entstand am 21. Juli 2026, als Herr Koçkar mit der Zeichnung von Aktien aus der von der Hauptversammlung am 12. Juni 2026 beschlossenen Kapitalerhöhung die Ein-Drittel-Stimmrechtsschwelle überschritt; Nasdaq CSD registrierte an diesem Tag 10.294.119 neue Aktien mit einem Gesamtausgabepreis von 7.000.000,92 EUR. Er hält 11.821.620 Aktien beziehungsweise 65,31 % der Stimmen; das Angebot gilt den verbleibenden 6.279.499 Aktien — 34,69 % — in bar zu 0,877 EUR je Aktie. Die Bank von Litauen genehmigte die Angebotsunterlage am 2. September, das Angebot läuft vom 7. bis 21. September 2026. Der Vorstand stellt fest, dass das Angebot dem Wertpapiergesetz entspricht und der Preis die gesetzliche Untergrenze einhält: nicht niedriger als der höchste Preis, den der Bieter in den zwölf Monaten vor dem 21. Juli gezahlt hat, und nicht niedriger als der gewichtete Sechsmonats-Durchschnittskurs, der an der Nasdaq Vilnius ermittelt wurde, weil der dortige Umsatz mehr als sechzigmal so hoch war wie in Warschau. Eine Empfehlung gibt der Vorstand nicht ab: Er will die Freiheit der Aktionäre, über ihre Aktien zu verfügen, nicht einschränken, und weist darauf hin, dass die Antwort davon abhängt, wie viele Aktien der Bieter am Ende erwirbt und wie viel Streubesitz bleibt. Er hält fest, dass der Bieter keine Entscheidungen über eine Änderung der Geschäftsfelder oder der Personalpolitik und keine über Restrukturierung, Umwandlung oder Liquidation getroffen hat und dass zwischen Vorstand (oder seinen Mitgliedern) und Bieter keine Vereinbarung besteht.
Der lettische Wettbewerbsrat entschied am 27. August und veröffentlichte am 4. September, dass SIA AMIC Latvia die Nutzungsrechte an jenen Vermögenswerten erwerben darf, die sie an AS VIADA Baltija verpachtet: die Tankstellen und das Öllager Olaine. Hauptgeschäft von AMIC Latvia ist die Vermietung und Verwaltung eigener Immobilien und sonstiger Vermögenswerte — ihr gehören diese Tankstellen und das Terminal. VIADA Baltija betreibt den Kraftstoffeinzelhandel an 102 Stationen in Lettland und bietet dort neben Kraftstoff auch Schnellimbiss, Heißgetränke und Waren des täglichen Bedarfs an. Der Rat stellte fest, dass sich die Tätigkeiten der Beteiligten in Lettland nicht überschneiden und sie auch nicht auf vertikal verbundenen Märkten tätig sind, die Marktstruktur sich also nicht wesentlich ändert, und gab die Transaktion frei. Der litauische Wettbewerbsrat hatte den parallelen Schritt bereits am 19. August freigegeben: AMIC Latvia und AMIC Lietuva dürfen die Pachtverträge über die Tankstellen mit VIADA Baltija, VIADA LT und Degta beenden und die alleinige Kontrolle über die im Eigentum von AMIC Lietuva stehenden Stationen zurücknehmen. Die litauische Behörde weist darauf hin, dass nach ihrer Praxis und der Rechtsprechung eine einzelne Tankstelle als eigenständige wirtschaftliche Einheit mit eigenem Marktumsatz gilt, der Kontrollerwerb daran — ob durch langfristige Pacht oder durch Kauf — also einen Zusammenschluss darstellt. Zu den Konditionen äußert sich keine der beiden Entscheidungen.
Die Hrvatska poštanska banka hat am 1. September den Erwerb von 100% der Croatia banka abgeschlossen und die Bank von der Staatlichen Agentur für Einlagensicherung und Bankenabwicklung auf Grundlage eines am 4. März unterzeichneten Anteilskaufvertrags übernommen. Alle aufschiebenden Bedingungen — regulatorische Freigaben und Zustimmung der Hauptversammlung — wurden erfüllt, die Aktien werden über den Zentralverwahrer übertragen. Zwei Tage später, am 3. September, schlossen die beiden Banken einen Verschmelzungsvertrag, der am 4. September beim Handelsgericht Zagreb eingereicht wurde. Da HPB bereits 100% der übertragenden Gesellschaft hält, gilt das vereinfachte Verfahren nach Artikel 531 des Gesellschaftsgesetzes — Verschmelzungsberichte des Vorstands, eine Verschmelzungsprüfung und ein Bericht des Aufsichtsrats sind nicht erforderlich. Die Verschmelzung darf erst vollzogen werden, wenn die Kroatische Nationalbank eine Unbedenklichkeitsentscheidung erlässt. Das Grundkapital der HPB von 161,97 Mio. EUR und die Aktionärsstruktur bleiben unverändert — übertragen werden nur Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Der Kaufpreis wurde mit 15 Mio. EUR angegeben.
In der am 3. September 2026 bei der Bukarester Börse und der rumänischen Finanzaufsicht eingereichten Ad-hoc-Mitteilung Nr. 47/2026 informierte die AROBS Transilvania Software S.A. aus Cluj-Napoca — notiert im Hauptsegment der Börse, Kategorie Premium, unter dem Kürzel AROBS — die Anleger über eine an diesem Tag unterzeichnete Transaktion, mit der sie ihre gesamte Beteiligung an der AROBS Polska sp. z o.o. an die WB Electronics S.A. verkauft hat. Vor dem Verkauf erwarb AROBS den von Michal Drogosz gehaltenen Anteil von 5,66 %, sodass die anschließende Übertragung an WB Electronics 100 % des Stammkapitals der AROBS Polska umfasste. Das Unternehmen erklärt, die Entscheidung sei nach einer strategischen Überprüfung des Beteiligungsportfolios gefallen und spiegele eine disziplinierte Kapitalallokation sowie die Konzentration auf Bereiche wider, in denen die Gruppe gefestigte Fähigkeiten besitzt, internationale Synergien nutzen kann und die relevantesten Wachstumschancen sieht — Software und Ingenieurdienstleistungen für die Automobilindustrie, IoT und Telematik, Unternehmenssoftware, Life Sciences und Reise. Die Tätigkeit der AROBS Polska, ausgerichtet auf die Entwicklung elektronischer Lösungen für Satellitenanwendungen, wird als Profil beschrieben, das sich von den Kernbereichen der Gruppe unterscheidet: lange Entwicklungszyklen, überwiegend im Rahmen institutioneller Programme durchgeführte Projekte sowie besondere Kapital- und Infrastrukturanforderungen. Die Mitteilung führt aus, die Eingliederung in WB Electronics — eine Industriegruppe mit einschlägiger Erfahrung und Kompetenz auf diesem Gebiet — schaffe günstige Bedingungen für die Weiterentwicklung des Geschäfts der AROBS Polska, sichere die Kontinuität laufender Projekte und gebe dem Team Zugang zu einer industriellen Plattform und einem Programmportfolio, das der Art seiner Tätigkeit entspricht. Auf das laufende Geschäft der AROBS Transilvania Software hat die Transaktion keine Auswirkungen. Preis und finanzielle Bedingungen nennt die Mitteilung nicht. Unterzeichnet ist sie von Voicu Oprean, Vorsitzender des Verwaltungsrats.
Am 3. September 2026 teilte die an der Zagreber Börse notierte Tokić d.d. dem Markt mit, dass am 2. September eine verbindliche Vereinbarung über den Erwerb von 100 % der Geschäftsanteile an der slowenischen Gesellschaft SAG SLO d.o.o. unterzeichnet wurde, die unter der Marke Matik auftritt und ihren Sitz in der Letališka cesta 33 F in Ljubljana hat. SAG SLO gehört derzeit der internationalen Swiss Automotive Group, die laut Mitteilung mehr als 4.000 Menschen beschäftigt und in rund zehn europäischen Märkten im Vertrieb von Kfz-Teilen und zugehörigen Fahrzeugpflegeprodukten tätig ist. Matik wird als einer der führenden Händler für Ersatzteile für Nutzfahrzeuge, Lkw und Busse auf dem slowenischen Markt beschrieben; die internationalen Wurzeln der Marke reichen bis 1969 zurück, auf dem slowenischen Markt entwickelt sie sich seit dreißig Jahren und ist über Geschäftseinheiten in Ljubljana, Maribor und Koper präsent. Nach geprüften Zahlen für 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,2 Mio. EUR und beschäftigte 28 Personen. Das Sortiment umfasst Service- und Ersatzteile, Antriebsstrangkomponenten, Schmierstoffe, chemische Produkte, Verbrauchsmaterial und Werkstattausrüstung für Pkw und Nutzfahrzeuge und wird über Groß- und Einzelhandel an Werkstätten, Transportunternehmen, Teilehändler und Endkunden verkauft. Mitgeteilt wird eine unterzeichnete Vereinbarung; Tokić nennt weder Preis noch Vollzugsbedingungen oder Vollzugstermin.
Der litauische Wettbewerbsrat hat dem geschlossenen Fonds für informierte Anleger INVL Private Equity Fund II erlaubt, 50,07 % an der Nordian group zu erwerben und damit die alleinige Kontrolle über sie sowie mittelbar über Gonas und Baltijos delikatesai zu übernehmen, dazu 89,89 % an Norvelita und 90 % an Saldoga samt alleiniger Kontrolle über beide. Die Anmeldung ging am 7. August ein; die Behörde kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss keine beherrschende Stellung begründet oder verstärkt und den Wettbewerb auf den betroffenen Märkten nicht wesentlich beschränkt. Die Nordian group handelt im Großhandel mit Fisch und Fischprodukten, überwiegend frischem Lachs und frischer Forelle, im Baltikum, in Polen und Deutschland; verbundene Unternehmen züchten Forellen in der Türkei. Gonas stellt in Litauen, Lettland und Deutschland gekühlte und gefrorene Fischprodukte her — Zuschnitt, Wiegen, Verpacken sowie bei Bedarf Marinieren und Einfrieren. Baltijos delikatesai produziert und verkauft wärmebehandelte Fischprodukte, Konserven und Aufstriche im Baltikum, in Polen, Deutschland und Rumänien. Das litauisch-norwegische Unternehmen Norvelita betreibt Zweitverarbeitung — Räuchern, Salzen und Trocknen von Atlantik- und Wildlachs — und handelt EU-weit mit zubereiteten Fisch- und Meeresfrüchteprodukten. Auch Saldoga verarbeitet zweitstufig: geräucherter Atlantiklachs und Makrele, gesalzene und marinierte Heringserzeugnisse sowie Salate. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde hat BDS SPORT CZ — Teil der serbischen Sport-Vision-Gruppe, gehalten über die zyprische BDS Sport Group — die Übernahme der Kontrolle über Marketing Investment Group Czech freigegeben. Die Freigabe erfolgte ohne Auflagen, die Entscheidung ist bestandskräftig. MIG Czech betreibt die JD-Sports- und Sizeer-Filialen in Prag, Brünn, Ostrava, Liberec und weiteren Städten sowie die Online-Shops jdsports.cz und sizeer.cz; die Behörde weist darauf hin, dass MIG Czech der polnischen Marketing Investment Group untersteht, die wiederum zu einer von JD Sports Fashion Plc geführten Gruppe gehört. Der Käufer ist über Sport Vision, A3 Sport und Buzz bereits in mehr als 25 tschechischen Städten vertreten. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss einen mittelgroßen Händler nur geringfügig stärkt, der weiterhin Decathlon und Sportisimo gegenübersteht. Parallel eröffnete die slowakische Wettbewerbsbehörde am 28. August ein Verfahren zum slowakischen Teil — Marketing Investment Group Slovakia mit 11 Filialen — und lud am 1. September zu Stellungnahmen Dritter ein. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht.
Die polnische Wettbewerbsbehörde erließ am 1. September die Entscheidung DKK-191/2026, die Verfahrensakte wurde am 2. September veröffentlicht. Sie erlaubt der Agencja Rozwoju Przemysłu S.A. (ARP), der Bogusław-Cupiał-Familienstiftung und der DeepOcean Investco 1 AS aus Oslo, ein neues Gemeinschaftsunternehmen im Markt für die Vercharterung von Spezialschiffen an den Offshore-Sektor zu gründen. Der Antrag ging am 7. August ein. ARP ist die industrielle Entwicklungsgesellschaft des polnischen Staates, finanziert Investitionen und unterstützt Restrukturierungen und Reorganisationen; sie ist Muttergesellschaft einer Gruppe von Unternehmen aus mehreren Branchen. Die in Myślenice ansässige Familienstiftung wird allein von Bogusław Cupiał kontrolliert; über sie hält er mittelbar die alleinige Kontrolle über die Tele-Fonika-Kable-Gruppe, die Kabel herstellt und vertreibt, sowie mittelbar über die JDR-Gruppe, die Seekabel und Umbilicals produziert und liefert. DeepOcean wird von der DeepOcean Ltd auf Jersey kontrolliert und ist ein technologieorientierter unabhängiger Anbieter weltweiter maritimer Dienstleistungen, darunter Arbeiten für Offshore-Erneuerbare — Kabeltransport und -installation, Survey-Leistungen, Unterwasserinterventionen und Kabelreparaturen für Offshore-Windparks. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht.
Die AB Bechcicki sp. z o.o. aus Wrocław meldete der polnischen Wettbewerbsbehörde am 27. August die Absicht an, die alleinige Kontrolle über die Attic sp. z o.o. aus Krakau zu übernehmen, indem sie 100 % der Anteile von deren Gesellschaftern erwirbt. Die Behörde veröffentlichte den Fall am 1. September; das Verfahren läuft. AB Bechcicki gehört zur Bygma-Gruppe und vertreibt ein breites Baustoffsortiment, darunter Farben und Lacke, Bauchemie, Trockenbausysteme, Dach- und Fenstersysteme sowie Ausbauprodukte. Die Bygma-Gruppe verkauft und vertreibt Baustoffe sowohl an gewerbliche Kunden als auch an Verbraucher; ihr Portfolio reicht von Baustoffen über Werkzeuge und Maschinen, Haus und Garten, Beleuchtung bis zu Befestigungsmitteln. Ihre Gesellschaften sind vor allem in Dänemark tätig, daneben in Polen, Schweden, Island und auf den Färöern. Attic vertreibt Dämm- und Ausbaumaterialien, Trockenbausysteme, Dacheindeckungen, Bautischlerei, Bauchemie, Werkzeuge und Zubehör, verkauft im Groß- wie im Einzelhandel und erbringt zusätzlich Marketingleistungen für Lieferanten sowie Warentransporte. Ein Preis wurde nicht genannt, die Freigabe steht noch aus.
Die Aberdeen Infrastructure (Holdco) IV-B B.V. aus Amsterdam meldete der polnischen Wettbewerbsbehörde am 31. August die Absicht an, die Kontrolle über die PPP Solutions Polska 2 sp. z o.o. mit Sitz in Warschau zu erwerben, die gemeinsam mit der Gülermak Invest sp. z o.o. ausgeübt werden soll. Der Fall wurde am 1. September veröffentlicht; das Verfahren läuft. PPP Solutions Polska 2 ist die Gesellschaft, die für Entwicklung und Umsetzung der Stufe IV der Krakauer Schnellstraßenbahn im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit der Stadt Krakau verantwortlich ist; ihr Aufgabenbereich umfasst die Projektumsetzung, das langfristige Betriebsmanagement, die Instandhaltung und das Verfügbarkeitsmanagement der Infrastruktur. Aberdeen Infrastructure (Holdco) IV-B ist eine Investmentholding der Aberdeen-Gruppe, die institutionellen und privaten Kunden, Intermediären und Wholesale-Teilnehmern sowie gemeinnützigen Organisationen, Fonds und Stiftungen Anlage-, Vermögensverwaltungs- und Finanzplanungsleistungen anbietet, international tätig ist und Kunden in rund 80 Ländern betreut. Gülermak Invest ist eine Investmentholding der Gülermak-Gruppe, einer internationalen Ingenieur-, Bau- und Investitionsgruppe mit Aktivitäten in der Türkei und anderen Märkten, deren Kerngeschäft die Planung und der Bau von Infrastruktur- und Industrieanlagen ist, insbesondere Metro-, Bahn-, Straßenbahn-, Tunnel- und Straßenprojekte sowie Brücken, Staudämme, Industrieanlagen und Kraftwerke. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht, die Freigabe steht noch aus.
Die tschechische Wettbewerbsbehörde hat der von dem Autoteilehersteller HAUK kontrollierten SWO die Übernahme des Wettbewerbers KARSIT gestattet. Die Freigabe erfolgte ohne Auflagen, die Entscheidung ist bestandskräftig, das Verfahren lief im vereinfachten Modus. Beide Unternehmen pressen Blechteile, schweißen Paneelteile und Baugruppen und führen Oberflächenbehandlungen für die Automobilindustrie durch; HAUK fertigt zusätzlich Interieurteile und montiert Komponenten für Bremssysteme, KARSIT stellt Sitzrahmen her. Die Behörde stellte fest, dass der Zusammenschluss keine Bedenken hinsichtlich einer wesentlichen Wettbewerbsbeschränkung aufwirft. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht.
Die börsennotierte estnische Investmentholding Infortar hat einen Anteilskaufvertrag über den Verkauf ihres gesamten Druckgeschäfts an die in Viljandi ansässige OÜ Print Best unterzeichnet: 100% an Tallinna Raamatutrükikoda, 100% am Sicherheitsdrucker AS Vaba Maa und 60% am Kartenhersteller CardPlus VM. Infortar bezeichnet die Transaktion als Ausstieg aus dem Segment Druckdienstleistungen und stellt fest, dass sie für den Konzern nicht wesentlich ist. Tallinna Raamatutrükikoda druckt Hard- und Softcover-Bücher sowie Broschüren für estnische und nordische Kunden; Print Best verkauft nach Schweden, Dänemark, Deutschland, in die Niederlande und nach Estland und wird zu 75% von OÜ Tradeunion kontrolliert. Der gemeinsame Anteil am estnischen Markt für Papierdruckleistungen bleibt unter 15%. Zu den Konditionen wurden keine Angaben gemacht; der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die estnische Wettbewerbsbehörde.
Der litauische Wettbewerbsrat hat die Übernahme durch „Kurianti karta“ genehmigt — eine Bildungsholding mit Verbindungen zum Tesonet-Global-Ökosystem (NordVPN, Nord Security, Surfshark) und zu INVL-verwalteten Fonds. Erworben werden je 100% von Mokykla Šiaurės licėjus, Šiaurės darželiai, UNT nuoma und Trys banginiai, die Schulen, Kindergärten und außerschulische Bildung betreiben. Die Käuferin investiert in Bildung von der Vorschule bis zur Universität. Die Anmeldung erfolgte am 13. August; die Konditionen wurden nicht offengelegt.
Der Wettbewerbsrat hat dem Tankstellenbetreiber Emsi den Erwerb dreier Stationen — in Tauragė, Šiauliai und Panevėžys — gestattet. Nach litauischer Praxis gilt eine einzelne Tankstelle als eigenständige wirtschaftliche Einheit mit eigenem Marktumsatz, sodass selbst solche Einzelasset-Käufe als anmeldepflichtige Zusammenschlüsse behandelt werden. Die Anmeldung erfolgte am 30. Juli.
Die estnische Mediengruppe Ekspress Grupp — Eigentümerin der Delfi-Portale in allen drei baltischen Staaten — erhielt die Freigabe, über ihre Tochter LT Screens 100% von LT Advert zu übernehmen und damit die alleinige Kontrolle über Pakelk akis und Dizarto reklama, die landesweit in Litauen digitale Außenwerbeflächen auf Bildschirmen und an Gebäuden vermieten. Die Gruppe betreibt bereits Screen-Geschäfte in Estland (Linna Ekraanid) und Lettland (D Screens) sowie die Ticketplattform Biļešu Paradīze. Die Anmeldung erfolgte am 6. August.
Die Aktionäre von Electrica haben zwei gasbefeuerte, wasserstofffähige Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Craiova genehmigt, für die das Unternehmen den Bauvertrag unterzeichnet hat: eine Anlage für rund 157,5 Mio. € zur Versorgung des städtischen Fernwärmesystems (rund 82 MW elektrische Leistung) und eine Anlage für rund 65,5 Mio. € für die Industrieplattform von Ford Otosan. Die Gesamtinvestition wird auf bis zu 235 Mio. € ohne MwSt. geschätzt.
Das in Dubai ansässige Unternehmen Jetex, Betreiber von mehr als 40 VIP-Terminals weltweit, hat mit dem Flughafen-Konzessionär SOF Connect vereinbart, im vierten Quartal 2026 eine VIP-Lounge im Westflügel von Terminal 1 des Flughafens Vasil Levski Sofia zu eröffnen. Sie bedient Gäste der Privatluftfahrt sowie CIP-Passagiere kommerzieller Flüge.
Der Wettbewerbsrat genehmigte die Übernahme durch Spectra — eine in den Niederlanden registrierte Holding mit Verbindungen zu Tesonet Global, der Gruppe hinter NordVPN, Nord Security und Surfshark sowie Mitinhaberin der Žalgiris-Basketballgeschäfte — von 100% der Grand Hotel Vilnius, Betreiberin des Fünf-Sterne-Hauses Grand Hotel Vilnius, Curio Collection by Hilton im Zentrum der Hauptstadt. Die Anmeldung erfolgte am 27. Juli.
Die spanische Bildungsgruppe Nuevo Ágora Centro de Estudios — kontrolliert von Providence Equity Partners und Wendel — erhielt die Freigabe für den Erwerb von 100% der Karalienės Mortos mokykla, die Bildung von der Vorschule bis zum International Baccalaureate anbietet, sowie des Kindergartenbetreibers Vaikystės sodas. Die Anmeldung erfolgte am 20. Juli; die Konditionen wurden nicht offengelegt.
euShipments.com, der bulgarische E-Commerce-Logistiker, an dem die Österreichische Post 70% hält, hat sämtliche Anteile der FHB Group übernommen — eines Fulfillment- und Cross-Border-Logistikers mit zwei Standorten bei Bratislava (Svätý Jur und Triblavina, zusammen rund 50.000 m²). 2025 bediente FHB rund 200 Kunden und verarbeitete etwa 2,7 Millionen Pakete bei einem Umsatz von über 23 Mio. €; das Managementteam bleibt an Bord. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. euShipments betreibt nun zwölf Fulfillment-Center für 27 Länder.
Der Wettbewerbsrat gestattete dem Fonds Polish Enterprise Funds SCA EIF IX — verwaltet von Enterprise Investors aus Warschau, einem der ältesten Private-Equity-Häuser Mittel- und Osteuropas — den Erwerb von 100% der Saulėgrąžos investicijos und darüber von bis zu 81,52% der Kreditgenossenschaft Saulėgrąža, die in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt wird. Die Anmeldung erfolgte am 13. Juli.
Constellation Cold Logistics — eine von EQT getragene Gruppe und einer der größten unabhängigen Kühlhausbetreiber Europas — hat Wimar Coldstore (Wimar-Chłodnia sp. z o.o.) übernommen, ein 1990 gegründetes Familienunternehmen in Radwanków Szlachecki südlich von Warschau. Der Standort verbindet Tiefkühlobst-Verarbeitung, Kühllagerung und temperaturgeführte Logistik und ergänzt das europäische Netz von über einer Million Palettenstellplätzen um 25.000 weitere. Polen wird das zehnte Land im Netzwerk von Constellation; die Konditionen wurden nicht offengelegt.
Die kanadische Alimentation Couche-Tard, Eigentümerin von Circle K, hat die Übernahme einer Kontrollmehrheit an der Żabka Group vereinbart und startet ein freiwilliges Übernahmeangebot zu 32,00 PLN je Aktie — eine Bewertung des polnischen Convenience-Betreibers von rund 32,6 Mrd. PLN (ca. 8,6 Mrd. USD). Aktionäre mit zusammen rund 57 % der Anteile — von CVC verwaltete Fonds, Partners Group und das Schlüsselmanagement — haben unwiderruflich zugesagt. Żabka betreibt über 13.000 Filialen in Polen und Rumänien; Marke, Franchisemodell und Führungsstruktur sollen erhalten bleiben. Das Angebot soll um den 26. August beginnen; der Abschluss ist bis Dezember 2026 geplant, vorbehaltlich der Freigaben der EU-Kommission sowie der Behörden in Polen und Rumänien.
Der litauische Wettbewerbsrat hat der estnischen Unterhaltungs- und Gastronomiegruppe Apollo Group — in Litauen Betreiberin von KFC, Delano und Can Can Pizza — die Übernahme von 100 % der Anteile an Restoranai dvylika und CCF kavinės genehmigt, den Betreibern von zehn Selbstbedienungsrestaurants „Restoranas 12“ und zwanzig Caif-Cafe-Kaffeehäusern. Verkäufer ist die estnische Defood, die die Ketten erst wenige Monate zuvor von der Gruppe Vilniaus prekyba erworben hatte. Die im Mai unterzeichneten Verträge bewerten das Restaurantgeschäft mit 5,1 Mio. €, die Cafékette mit 272.600 €. Nach Abschluss betreibt Apollo über 200 Gastronomiestandorte in vier Märkten.
INVL Financial Advisors, tätig unter der Marke INVL Family Office, hat 17,4 Mio. USD für den im Juni 2026 aufgelegten Global PE Secondaries Access Fund eingesammelt; beteiligt sind 49 Investoren aus Litauen, Lettland und Estland. Der Fonds speist eine Secondaries-Strategie von Adams Street Partners — einem US-Manager mit 73 Mrd. USD verwaltetem Vermögen — und verschafft baltischen Anlegern damit indirekten Zugang zu über tausend Privatunternehmen weltweit.
DHL hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme der Venipak Group — eines der größten unabhängigen Paketdienstleister im Baltikum — von Gründer Nerijus Raudonis unterzeichnet. Das Unternehmen ist in Litauen, Lettland, Estland und Polen tätig, betreibt rund 800 Paketstationen und beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeitende sowie 350 selbstständige Kuriere; der ausgewiesene Umsatz 2025 lag bei 85,6 Mio. EUR bei einem EBITDA von 12,4 Mio. EUR. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Venipak wird Teil von DHL eCommerce und behält Marke, Management und Belegschaft; der Käufer hat einen Zweijahres-Investitionsplan für Stationsausbau, Sortierkapazität und IT zugesagt. Der Abschluss steht unter Regulierungsvorbehalt.
PLG — eine Ticketing-Gruppe mit Sitz im Baltikum und in Mitteleuropa (Eigentümer: Angel Rose Capital von Gründer Sven Nuutmann, die baltische Private-Equity-Firma BaltCap und die estnische Tristafan) — hat eine Vereinbarung zur Übernahme der rumänischen Ticketing-Plattform iaBilet von der Private-Equity-Firma Resource Partners und den Firmengründern getroffen. Der Deal steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigung; die Gründer und das Management von iaBilet bleiben im Unternehmen. Resource Partners hatte die Mehrheit erst im Oktober 2025 übernommen.
Die ungarische OTP Bank hat eine Vereinbarung zur Übernahme von 100 % an Luminor — dem drittgrößten Finanzdienstleister im Baltikum (158 Mio. € Nettogewinn 2025) — von einem Konsortium aus Blackstone-verwalteten Fonds und DNB getroffen. Die Transaktion erweitert OTP von 11 auf 14 Länder und erhöht die Bilanzsumme um rund 13 % — die größte Übernahme in der Geschichte von OTP. Sie steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigung; die litauische Zentralbank hat OTPs Geschäft in Russland öffentlich infrage gestellt.
Die Pepco Group hat den Verkauf ihrer FMCG-Discountkette Dealz Poland an Blackline (Bidco) Limited, eine Beteiligung des britischen Investors Modella Capital, für einen symbolischen Kaufpreis von 1 PLN abgeschlossen. Angekündigt am 3. Juni 2026, wurde die Transaktion nach der kartellrechtlichen Freigabe durch die polnische UOKiK — der einzigen aufschiebenden Bedingung — vollzogen. Pepco stellte eine besicherte Verkäuferfinanzierung von bis zu 20 Mio. GBP bereit und behält 35% des Nettoerlöses aus einem etwaigen späteren Weiterverkauf. Der Exit beendet das FMCG-Kapitel der Gruppe und fokussiert sie auf ihr Kern-Discountformat.
Stonepeak und Energy Equation Partners haben eine Vereinbarung zur Übernahme der Anwim S.A. — Polens größtem unabhängigen Kraftstoffvermarkter und Eigentümer des Tankstellennetzes MOYA mit über 540 Stationen — vom Fonds Polish Enterprise Fund VIII getroffen, der von Enterprise Investors verwaltet wird. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Die Konditionen wurden nicht offengelegt.