CEE M&A Monitor
Lebensmittel · Süßwaren Kroatien Squeeze-out — Antrag gestellt 25 Sep 2026

Pivac Holding beantragt nach Überschreiten von 95 % den Squeeze-out der Kraš-Minderheitsaktionäre zu 130 € je Aktie

Am 25. September 2026 stellte die Pivac Holding d.o.o. aus Vrgorac beim kroatischen Zentralverwahrer SKDD nach Artikel 45 des Übernahmegesetzes den Antrag, alle verbleibenden stimmberechtigten Aktien der Minderheitsaktionäre der Kraš d.d. – des an der Zagreber Börse notierten Süßwarenherstellers – auf sich zu übertragen. Der Antrag umfasst 40.007 Aktien bzw. 2,85 %. Die Barabfindung beträgt 130,00 € je Aktie und entspricht dem Preis des Übernahmeangebots von Pivac, das die kroatische Finanzaufsicht Hanfa am 17. Juni 2026 genehmigte und das am 29. Juli 2026 endete; 5.200.910 € für alle Aktien sind bei SKDD hinterlegt. Pivac Holding handelt gemeinsam mit der Kappa Star Limited, Nikosia (Zypern), aufgrund einer Vereinbarung vom 10. Februar 2026. Zusammen halten sie 1.364.545 Aktien – Pivac 861.029, Kappa Star 503.516 – bzw. 97,15 % der Stimmrechtsaktien. Die 95-%-Schwelle wurde erreicht, nachdem der Vorstand von Kraš am 26. August 2026 beschlossen hatte, alle 94.069 eigenen Aktien ohne Kapitalherabsetzung einzuziehen; die Änderung wurde am 14. September ins Handelsregister eingetragen und am 18. September bei SKDD vollzogen, womit die Aktienzahl auf 1.404.552 sank. Der Antrag liegt innerhalb der Dreimonatsfrist nach dem Angebot, die am 29. Oktober 2026 endet. SKDD führt Übertragung und Zahlung durch. Zum Angebotspreis ist Kraš zu 100 % rund 182,6 Mio. € wert.

Unser Kommentar Möglich wurde der Squeeze-out nicht durch einen Zukauf, sondern durch eine Einziehung. Bevor Kraš die eigenen Aktien einzog, entsprachen die 1.364.545 Aktien der Gruppe Pivac–Kappa Star rund 91 % der 1.498.621 ausgegebenen – unter den gesetzlich geforderten 95 %. Die Einziehung von 94.069 eigenen Aktien hob denselben Bestand auf 97,15 %, ohne dass eine einzige Aktie hinzugekauft wurde. Bei jeder börsennotierten CEE-Gesellschaft mit hohem Bestand an eigenen Aktien und einem dominierenden Aktionär lohnt sich diese Rechnung im Voraus. Die zweite Lehre betrifft den Preis: Die Abfindung entspricht dem Angebotspreis, und laut Antrag wurden danach keine Aktien teurer gekauft, also gibt es keinen Aufschlag. Wer das Juli-Angebot ausgeschlagen hat, erhält dieselben 130 €, nur zwei Monate später.
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