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CEE M&A Monitor
Reisen · Reiseveranstalter Litauen Pflichtangebot 4 Sep 2026

Novaturas-Minderheit erhält 0,877 EUR, nachdem eine Kapitalerhöhung einen Aktionär auf 65 % gehoben hat

Am 4. September 2026 veröffentlichte der Vorstand der AB Novaturas — des in Kaunas ansässigen, an der Nasdaq Vilnius und an der Warschauer Börse notierten Reiseveranstalters — seine Stellungnahme zu dem von seinem Aktionär Herrn Neşet Koçkar abgegebenen nicht-konkurrierenden Pflichtangebot. Die Pflicht entstand am 21. Juli 2026, als Herr Koçkar mit der Zeichnung von Aktien aus der von der Hauptversammlung am 12. Juni 2026 beschlossenen Kapitalerhöhung die Ein-Drittel-Stimmrechtsschwelle überschritt; Nasdaq CSD registrierte an diesem Tag 10.294.119 neue Aktien mit einem Gesamtausgabepreis von 7.000.000,92 EUR. Er hält 11.821.620 Aktien beziehungsweise 65,31 % der Stimmen; das Angebot gilt den verbleibenden 6.279.499 Aktien — 34,69 % — in bar zu 0,877 EUR je Aktie. Die Bank von Litauen genehmigte die Angebotsunterlage am 2. September, das Angebot läuft vom 7. bis 21. September 2026. Der Vorstand stellt fest, dass das Angebot dem Wertpapiergesetz entspricht und der Preis die gesetzliche Untergrenze einhält: nicht niedriger als der höchste Preis, den der Bieter in den zwölf Monaten vor dem 21. Juli gezahlt hat, und nicht niedriger als der gewichtete Sechsmonats-Durchschnittskurs, der an der Nasdaq Vilnius ermittelt wurde, weil der dortige Umsatz mehr als sechzigmal so hoch war wie in Warschau. Eine Empfehlung gibt der Vorstand nicht ab: Er will die Freiheit der Aktionäre, über ihre Aktien zu verfügen, nicht einschränken, und weist darauf hin, dass die Antwort davon abhängt, wie viele Aktien der Bieter am Ende erwirbt und wie viel Streubesitz bleibt. Er hält fest, dass der Bieter keine Entscheidungen über eine Änderung der Geschäftsfelder oder der Personalpolitik und keine über Restrukturierung, Umwandlung oder Liquidation getroffen hat und dass zwischen Vorstand (oder seinen Mitgliedern) und Bieter keine Vereinbarung besteht.

Unser Kommentar Wichtiger als der Preis ist die Reihenfolge. Eine Kapitalerhöhung brachte 7,0 Mio. EUR frisches Geld zu 0,68 EUR je Aktie in das Unternehmen; dieselbe Zeichnung trug einen Aktionär über die Kontrollschwelle, und das litauische Recht verpflichtete ihn daraufhin, allen anderen einen Ausstieg anzubieten. Die Minderheit erhält also 0,877 EUR von einem Käufer, der sie gar nicht kaufen wollte. Genau diese Struktur sollte verstehen, wer eine Minderheit an einem Unternehmen hält, das Geld braucht: Den Preis der Anteile setzt, wer den Scheck schreibt, und das darauf folgende Pflichtangebot ist eine gesetzliche Untergrenze, keine Verhandlung. Dass der Vorstand keine Empfehlung gibt, ist die ehrliche und nicht die ausweichende Antwort — solange 34,69 % offen sind, hängt der Wert des Pakets danach davon ab, wie viel davon der Bieter am Ende einsammelt.
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