CEE M&A Monitor
Baustoffe · Gesteinskörnungen Estland · Deutschland Anteilskauf — unterzeichnet, Freigabe ausstehend 23 Sep 2026

Merko Ehitus Eesti hat den Kauf von 100 % des Kalksteinschotter-Produzenten Väo Paas von der deutschen Matthäi vereinbart

Die estnische Wettbewerbsbehörde (Konkurentsiamet) erhielt am 22. September 2026 eine Fusionsanmeldung und veröffentlichte sie am 23. September: Aktsiaselts Merko Ehitus Eesti beabsichtigt, die Kontrolle über OÜ Väo Paas zu erwerben. Laut der bei der Behörde eingereichten Zusammenfassung ohne Geschäftsgeheimnisse haben Merko Ehitus Eesti als Käufer und die Matthäi Stahlbau Holding GmbH als Verkäufer einen Vertrag über den Verkauf von 100 % an Väo Paas unterzeichnet. Der Vollzug soll nach Erfüllung der vertraglichen Bedingungen erfolgen, darunter die unbedingte Freigabe durch die Behörde; die Transaktion ist nicht vollzogen. Väo Paas produziert und verkauft Kalksteinschotter sowie Betonbruch und Kalksteinsand. Das Unternehmen betreibt Steinbrüche in Väo (Kreis Harju) und Koigi (Kreis Järva); die Produkte werden vor allem im Straßenbau, als Zuschlag für Asphalt und Beton sowie als Füllmaterial eingesetzt. Merko Ehitus Eesti errichtet Wohn- und Nichtwohngebäude sowie Infrastruktur und gehört zur an der Nasdaq Tallinn notierten Merko-Ehitus-Gruppe, die in Estland, Lettland und Litauen baut und Immobilien entwickelt. Zur Gruppe gehören bereits OÜ Merko Kaevandused, die Baurohstoffe abbaut und Gesteinskörnungen herstellt, und Tallinna Teede AS, die Straßenunterhaltung betreibt und Asphaltmischgut produziert. Erklärtes Ziel ist es, die Kapazitäten von Merko Ehitus Eesti bei Gesteinskörnungen zu stärken: Hinzu kommen die Abbautechnik und das Know-how von Väo Paas sowie Synergien durch effizientere Nutzung der Ressourcen beider Unternehmen. Laut den Parteien gibt es keine betroffenen Märkte. Stellungnahmen können binnen sieben Kalendertagen eingereicht werden. Kaufpreis, Umsatz oder Mitarbeiterzahl enthält die Anmeldung nicht.

Unser Kommentar Zwei Dinge fallen auf. Erstens der Verkäufer: Eine deutsche Stahlbau-Holding trennt sich von einem estnischen Steinbruch. Für eine ausländische Gruppe ist ein einzelner Gesteinsstandort in einem anderen Land selten Kerngeschäft, und der natürliche Käufer ist der lokale Bauunternehmer, der das Produkt ohnehin verbraucht. Zweitens besitzt der Käufer bereits ein Abbauunternehmen und einen Asphaltproduzenten. Er steigt nicht in Gesteinskörnungen ein — er ergänzt eine Kette, die er schon betreibt, um Vorräte, Geräte und Leute; deshalb kann er in der Anmeldung erklären, dass kein Markt betroffen ist. Ein Steinbruch ist ein ungewöhnlicher Vermögenswert: Der Wert liegt in genehmigten Vorräten und in der Entfernung zur nächsten Baustelle, und beides lässt sich nicht schnell nachbilden. Deshalb wechseln Steinbrüche meist von einer Gruppe, die sie nicht mehr braucht, zu einem Bauunternehmen, das den Stein täglich verbaut.
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