CEE M&A Monitor
IT-Dienstleistungen · Softwareentwicklung Polen Anteilskauf gegen neue Aktien — vollzogen 29 Sep 2026

Euvic übernimmt SOFTIQ vollständig für 60,7 Mio. PLN in eigenen Aktien und kauft am selben Tag 50,1% von Vayana

Die in Warschau notierte IT-Gruppe Euvic S.A. aus Gliwice meldete am 29. September 2026 (Ad-hoc-Mitteilung 45/2026) den Abschluss eines Vertrags über den Erwerb von 444 Anteilen an der SOFTIQ sp. z o.o., ebenfalls Gliwice, entsprechend 75,51% des Stammkapitals, zum Gesamtpreis von 60.660 Tsd. PLN. Die Bezahlung erfolgt als Sacheinlage: Die Verkäufer bringen ihre SOFTIQ-Anteile gegen neue Euvic-Aktien aus einer Kapitalerhöhung ein. In der Mitteilung zur Kartellfreigabe (42/2026 vom 16. September) nannte Euvic 2.904.236 neue Aktien. Die Übertragung wird zum 29. September 2026 wirksam; zusammen mit den bereits gehaltenen Anteilen besitzt Euvic nun 100% von SOFTIQ. Der Präsident der polnischen Wettbewerbsbehörde UOKiK hatte den Kontrollerwerb am 16. September 2026 freigegeben. Laut PAP Biznes hielt Euvic bei der Anmeldung im August 144 Anteile bzw. 24,49%. In einer zweiten Mitteilung am selben Abend (46/2026) meldete Euvic den Erwerb von 501 Anteilen bzw. 50,1% an der Vayana sp. z o.o., Warschau, für 6.011 Tsd. PLN — ebenfalls gegen neue Euvic-Aktien, wirksam am selben Tag. Keine der Mitteilungen beschreibt Geschäft, Umsatz oder Gewinn der beiden Gesellschaften. Vier Tage zuvor hatte Euvic Fellowmind Poland gekauft.

Unser Kommentar Euvic macht, was viele börsennotierte Konsolidierer tun: Es bezahlt Unternehmen mit eigenen Aktien statt mit Bargeld. Für die Verkäufer heißt das, dass sie nicht wirklich aussteigen — sie tauschen einen Anteil an einer privaten Firma gegen einen Anteil an der börsennotierten Gruppe, und ihr Erlös hängt vom Euvic-Kurs ab. Der SOFTIQ-Preis zeigt zudem, wie aus einer Minderheitsbeteiligung eine Komplettübernahme wird: Zuerst hielt Euvic rund ein Viertel, dann kaufte es den Rest zu einem Preis, der etwa 80 Mio. PLN für 100% entspricht. Für einen börsennotierten Käufer heißt das: Mit Aktien lässt sich ein höherer nominaler Wert bieten als mit Bargeld, der tatsächliche Preis für den Verkäufer steht aber erst fest, wenn die neuen Aktien verkauft werden können. Vayana folgt einem anderen Muster: 50,1% für die Kontrolle, 49,9% bleiben bei den bisherigen Eigentümern, um sie im Geschäft zu halten.
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