CEE M&A Monitor
IT-Dienstleistungen · Microsoft-ERP- und CRM-Implementierung Polen · Schweden Anteilskauf — vollzogen 25 Sep 2026

Euvic übernimmt Fellowmind Poland für 1,1 Mio. € vom schwedischen Eigentümer; neue 49 % gehen an eine Einzelperson

Die in Warschau notierte IT-Gruppe Euvic S.A. aus Gliwice meldete am 25. September 2026 (Ad-hoc-Mitteilung 43/2026) die Unterzeichnung eines Vertrags mit der Fellowmind Company AB, Stockholm, über den Erwerb von 100 % der Fellowmind Poland sp. z o.o., Warschau, zum Gesamtpreis von 1.113.300 €, bei Unterzeichnung aus eigenen Mitteln gezahlt. Der Preis umfasst alle 10.988 bestehenden Anteile sowie 1.693 neu geschaffene, noch nicht eingetragene Anteile, die Euvic binnen zehn Werktagen nach Eintragung übernimmt. Zugleich verpflichtete sich Euvic, für eine natürliche Person neue Anteile in Höhe von 49 % des Stammkapitals zu schaffen; Euvic hält danach 51 % von Kapital und Stimmen. In einer zweiten Mitteilung am selben Nachmittag (44/2026) bestätigte Euvic den Erwerb von 100 % und die Schaffung der 49 %. Die Gesellschaft wird in Euvic Business Applications sp. z o.o. umbenannt. Laut Euvic ist sie Microsoft-Partner für Dynamics 365 Finance & Operations (ERP) und Dynamics 365 Customer Engagement (CRM) sowie für KI-, Cloud-, Cybersecurity- und Datenanalyseprojekte, mit Kunden aus Industrie, Handel, FMCG, Automotive, Finanzwesen, öffentlichem Sektor und Gesundheitswesen. Fellowmind, tätig in den Niederlanden und den nordischen Ländern, kündigte eine strategische Partnerschaft mit dem umbenannten Unternehmen an, einschließlich gemeinsamer Managed Services in Polen; die Mitteilung nennt Daniel Olejniczak, seit über 20 Jahren im polnischen Management, als CEO. Die polnische Wirtschaftspresse (WBJ unter Berufung auf Puls Biznesu) berichtet, dass er die 49 % erhält, dass die Gesellschaft früher Bonair hieß und 2025 einen Umsatz von 47,05 Mio. PLN bei einem Nettoverlust von 1,63 Mio. PLN auswies. Diese Zahlen stehen nicht in den Unternehmensmitteilungen.

Unser Kommentar So gibt eine ausländische Gruppe eine kleine Landesgesellschaft ab, ohne sich von ihr zu trennen. Fellowmind verkauft, behält das polnische Team aber als Partner für die eigenen internationalen Kunden; Euvic erhält eine eingespielte Microsoft-Dynamics-Praxis samt Empfehlungskanal. Interessanter ist die Aufteilung. Euvic zahlt rund 1,1 Mio. € in bar für das ganze Unternehmen, und neue 49 % gehen an eine Einzelperson – laut Presse an den Manager, der das Geschäft seit zwei Jahrzehnten führt. Bei einem Dienstleister, dessen Wert in den Menschen liegt, zahlt der Käufer dem Verkäufer relativ wenig und bindet die Person an das Ergebnis, die die Kundenbeziehungen hält. Stimmen die Pressezahlen, liegt der Barpreis bei etwa einem Zehntel des Jahresumsatzes – Ausdruck eines Verlustjahres. Für Manager von Tochtergesellschaften ausländischer Gruppen zeigt das, wie ein Rückkauf gelingen kann, ohne ihn allein zu finanzieren: Ein börsennotierter Partner schreibt den Scheck, der Manager behält fast die Hälfte.
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