CEE M&A Monitor
Immobilienentwicklung Estland · Bulgarien Management-Buy-out — Vorvertrag unterzeichnet 29 Sep 2026

Arco Vara einigt sich auf Verkauf von 75% des bulgarischen Projektentwicklers Botanica Lozen an die Gesellschaft des Geschäftsführers für 6,3 Mio. €

Die in Tallinn notierte Arco Vara AS gab am 29. September 2026 bekannt, einen Vorvertrag über den Verkauf ihrer 75%-Beteiligung an der Botanica Lozen EOOD, einer bulgarischen Projektentwicklungsgesellschaft, an die Kamaleo Invest OOD geschlossen zu haben, der die übrigen 25% bereits gehören. Arco Vara bezeichnet die Transaktion als Management-Buy-out: Christian Petrov, der Kamaleo Invest vertritt, ist seit dem 27. Oktober 2025 Geschäftsführer von Botanica Lozen. Der Preis für die 75% beträgt 6,3 Mio. € und wird in drei Raten gezahlt: eine nicht rückzahlbare Anzahlung von 1,27 Mio. € binnen sieben Geschäftstagen nach Unterzeichnung, 1,00 Mio. € bis 31. Oktober 2026 und 4,03 Mio. € beim Vollzug. Die ersten beiden Zahlungen werden durch ein Darlehen der Botanica Lozen selbst an den Käufer finanziert. Frist für den Vollzug ist der 26. Februar 2027. Arco Vara überträgt zudem fünf ruhende Gesellschaften aus früheren bulgarischen Projekten. Nach dem Vollzug hält Kamaleo Invest 100%, und Arco Vara hat kein Entwicklungsgeschäft mehr in Bulgarien; das freiwerdende Kapital fließt in estnische Projekte, darunter Luther Quarter und Arcojärve. Das Eigenkapital von Botanica Lozen beträgt rund 8,7 Mio. €; laut Arco Vara liegt der Preis nahe am anteiligen Eigenkapital, ein wesentlicher Ergebniseffekt wird nicht erwartet. 2023–2025 erzielte die Gesellschaft keinen Umsatz, 2025 betrug der Nettoverlust 612 Tsd. €. Kamaleo Invest hatte seine 25% im Mai 2026 erworben.

Unser Kommentar Zwei Punkte fallen auf. Erstens liegt der Preis etwa beim Buchwert: 6,3 Mio. € für 75% entsprechen rund 8,4 Mio. € für das ganze Unternehmen, bei einem Eigenkapital von etwa 8,7 Mio. €. Für eine Entwicklungsgesellschaft ohne Umsatz ist der Buchwert der naheliegende Anker, und der Verkäufer versucht nicht, sich künftige Verkäufe bezahlen zu lassen. Zweitens die Struktur. Die Gesellschaft des Geschäftsführers zahlt 2,27 Mio. € des Preises mit Geld, das ihr das Zielunternehmen selbst leiht, und die restlichen 4,03 Mio. € erst beim Vollzug, fünf Monate später. So kann ein Manager ein Unternehmen kaufen, das er nicht sofort finanzieren kann — das Objekt finanziert einen Teil seines eigenen Kaufs. Der Verkäufer trägt dieses Risiko im Gegenzug für einen sauberen Ausstieg aus einem Markt, in dem er nicht mehr sein will. Der gestufte Weg — 25% im Mai, 75% jetzt, volle Kontrolle im Februar — ist ein praktisches Muster für den Kauf durch die Person, die das Geschäft bereits führt.
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